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Anton Stefanov – Berliner Maitre 2008

„Kellner“, sagt Anton Stefanov, „gilt in Deutschland immer noch als Job, den man mal so mitmacht.“ Tatsächlich arbeiten im gastronomischen Service viele, die den Beruf nicht gelernt haben und im besten Fall ihre Unbedarftheit mit Freundlichkeit überspielen können. „Tellertaxi“, sagen die Leute – das kennzeichnet einigermaßen zutreffend den gesellschaftlichen Stellenwert der Aushilfskellner.
Das ist auch der Grund, weshalb der Inhaber des Schöneberger Restaurants Berlin-Sankt Moritz die Berufsbezeichnung „Kellner“ nur selten gebraucht. Er sagt „Restaurantfachmann“ und die Betonung liegt dabei auf Fachmann.

Geboren 1964 in der bulgarischen Hauptstadt Sofia, studierte Stefanov nach dem Abitur Fotografie. Mit dem Diplom in der Tasche kam er 1985 nach Deutschland und versuchte, als freiberuflicher Fotograf seine Brötchen zu verdienen, kein leichtes Unterfangen. Stefanov wechselte in die Gastronomie und fand im Restaurant Bacco in Massimo Mannozzi einen Chef, der ihm als wichtigsten Rat vier goldenen Regeln mit auf den Weg gab: sei aufmerksam, sei freundlich, sei natürlich, sei kenntnisreich.

Stefanov absolvierte die Ausbildung zum Restaurantfachmann mit Bravour, ging in Berlins bestes italienisches Restaurant Ana e Bruno und dann, schon als Restaurantleiter, ins Langhans an den Gendarmenmarkt. In gleicher Funktion war er anschließend vier Jahre im Restaurant Louis des Hotels Steigenberger tätig. Der dort von Anton Stefanov dirigierte vielhändige und bestens eingespielte Service agierte dezent und fernab stocksteifer Aufsagerituale. An den 16 Gault-Millau-Punkten hatten so auch Stefanov und seine Mitarbeiter einen erheblichen Anteil.

Als das Louis schloss, Stefanov hatte inzwischen seine Ausbildung zum Sommelier beendet, sah er im Restaurant Berlin-Sankt Moritz seine Chance, zuerst als Geschäftsführer, seit drei Jahren auch als Inhaber und prägte einen ebenso unaufdringlichen wie unverwechselbaren Service-Stil. Stefanov sorgt für eine gelassene Atmosphäre, wohltuend und heiter werden die Gäste betreut, ohne je die Distanz zu verlieren.

Wenn er über seine Tätigkeit spricht, vermeidet er das Wort „Job“, diese unverbindliche Beschreibung, ohne größeres Engagement, mal dieses und mal jenes zu tun. Stattdessen gebraucht er selbstbewusst das für seinen Beruf wichtigste Verb – „dienen“. „Ich bin Maitre, wer ist mehr?“, fragt er. Sicher kommt ihm bei seiner Tätigkeit zu Gute, dass er ein Typ ist, den Mütter gern zum Schwiegersohn hätten. Aber damit lässt sich in der Gastronomie längst kein Blumentopf mehr gewinnen. Dass Stefanov einer der besten seiner Zunft in Berlin ist, stand nie in Frage. Nun bekommt er es auch offiziell – Maitre des Jahres 2008 – Glückwunsch, Anton.

Restaurant und Weinstube Berlin-Sankt Moritz

Regensburger Straße 7
10777 Berlin
Heißt jetzt Restaurant Brenner mit Anton Stefanov!!!

 

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