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Plancha – Restauranteröffnung

Möglicherweise wissen Stadtplaner eine Antwort, weshalb manche Straßen so sind, wie sie sind: Beispielsweise die Torstraße. Auf lächerlichen zwei Kilometern zwischen Prenzlauer Allee und Friedrichstraße hat sie mindestens zwei Gesichter, ein lebendiges und ein eher trostloses. Letzteres ist auf den zweihundert Metern vor der Friedrichstraße sogar noch steigerungsfähig. Bonjour tristesse. Zwei Gastronomen sind nun angetreten, in die Phalanx graubrauner Plattenbauen und geschlossener Geschäfte einzudringen – mit einem Restaurantkonzept, das die Kiezbewohner, ob Teenie oder Rentner, einbezieht, das keinen überfordert, aber auch keinem etwas zumutet. Und das schon in Spandau und Charlottenburg funktioniert. Am letzten Augusttag erlebte es seine Premiere. Garçon war zur Plancha-Eröffnung und staunte nicht schlecht.

Hussein Mahdi, 38, Restaurantfachmann und Mohammed Kobeissi, ebenfalls 38, und Koch von Beruf, sind das Wagnis eingegangen. Die beiden Libanesen leben seit Anfang der 1990er Jahre in Berlin und haben hier schon erfolgreich mehrere Restaurants eröffnet. Sie wissen also, was Sache ist. Vier Monate lang haben sie mit einer Kompanie von Handwerkern das Lokal in der Torstraße umgebaut und renoviert. „Es sah grausig aus“, so fasst Mahdi den vorgefundenen Zustand zusammen. Bei viermonatiger Arbeit und einer erheblichen Investitionssumme ahnt man, was er damit meint. Sie sprachen aber auch mit Nachbarn, recherchierten in der näheren Umgebung und entschieden dann, das Konzept eines Argentinischen Steakhauses hier zu etablieren – weil Kobeissi schon drei Restaurants dieses Typs betreibt – zwei, wie gesagt, in Spandau und eins in Charlottenburg.

Sie blieben auch bei dem eingeführten Namen – Plancha. Argentinien und Mexiko lassen grüßen, beispielsweise mit Steaks frisch vom Grill und anderen Plancha‑Spezialitäten – vom Hähnchenbrustfilet bis zum Cordon bleu. Oder mit Burritos und Fajitas. Das eine sind gefüllte Weizenmehltortillas, das andere Pfannengerichte, die mit jeweils zwei Tortillas serviert werden. Es gibt Suppen, Salate, Tex‑Mex‑Burger, Livemusik und eine dermaßen fröhliche Servicebrigade, dass man glatt vergisst, wo man ist. Frische Küche, faire Preise, flinker Service – Mahdi und Kobeissi scheinen mit ihrem Konzept richtig zu liegen, zur Eröffnungsparty jedenfalls war der Laden knüppeldickevoll. Castro Delacruz, Chef der Bar im Plancha, mixte Cocktailklassiker wie am Fließband – Cosmopolitan, Mojito, Tequila sunrise… Caramba!

Und Ali aus dem Iran, Alina aus Kuba, Dalfia aus der Dominikanischen Republik, Peter aus Bulgarien, Messaudi aus Tunesien und die anderen jungen Leute servierten und servierten bis in die späte Nacht. Hussein Mahdi und Mohammed Kobeissi beobachteten den Trubel und wussten schnell, dass sie selbst an diesem Standort keine Sorgen haben müssen. Nun bleibt nur noch die Hoffnung, dass ihr Mut bald Schule macht und so auch dieses Stück der Torstraße endlich belebt wird.

Plancha

Torstraße 210
10115 Berlin-Mitte
Tel. 030 – 24 04 89 49
www.plancha.de

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Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.