Restaurant Maremoto

Einundvierzig ist Cristiano Rienzner inzwischen, und wer ihn trifft, hat das gute Gefühl, dass der Mann, der so lange auf der Suche war, inzwischen genau weiß, wohin die Reise geht. Geboren in Venedig und aufgewachsen in Berlin, erfuhr er seine erste kulinarische Prägung durch seine Eltern. In der Enoteca Reale in der Weddinger Gottschedstraße lernte er, die üblichen Italo-Klassiker zu meiden. Das Rindercarpaccio wurde mit Minze und gebratenen Pfifferlingen serviert statt mit Champignons und Parmesan und die Tagliatelle kamen mit Jakobsmuscheln und Pesto auf die Teller statt mit Spinatsauce. Alles einen Hauch ambitionierter und extravaganter- das blieb Rienzners Credo, der nach zwei Jahren in Ferran Adriàs Avantgarde-Brigade, auch nach seiner Rückkehr aus der katalonischen in die deutsche Hauptstadt. Remake, Goldrot, Maremoto, Guten Morgen Franz- wo auch immer Rienzner in der Küche Regie führte, fand er glühende Verehrer und genauso strikte Verächter. Jetzt hat er gemeinsam mit dem Architekten Stephan Falke in Charlottenburg das Maremoto wiederbelebt, in einem Ladenlokal am Ende der Grolmannstraße, wo innerhalb von anderthalb Jahren zwei Restaurants eröffnet wurden und zwei wieder schlossen. Das „Ines“ überlebte ein paar Monate, das „Tomas Cook“ nur einige Wochen. Rienzner sieht das gelassen, er zeigt die Aufschrift eines Ringers, den er am kleinen Finger der linken Hand trägt. Da steht „Alles wird gut“. Dann serviert er.

Entenleberpastete, eine Sphäre von Goldkugeln, gefüllt mit dem Dessertwein Picolit, dazu Zuckerwatte von Thymian und Blattgold und Roca (Felsen) von Thymian-Zucker. Venusmuscheln, nach Szechuan-Art mariniert und dampfgegart. Stockfischmousse in Tomatenconsommé, Gelee von italienischen Zwiebeln und eine Sphäre von Kartoffel und Zitrone. US-Wayn Ribeye, Karotten-Airbag, Vanille-Vinaigrette, Sphäre von Bloody Mary im Kohlrabimantel, Wassermelone und Basilikum Powder.

Restaurant ist leider dauerhaft geschlossen

 

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