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Kornelkirsche

Sornziger Gartenspaziergang – Kornelkirsche

Die Kornelkirsche und die Antike. „Technisch halte ich es für unmöglich, dass das Trojanische Pferd aus diesem Holz gebaut wurde“, sagt Volker Umbreit.

Der 61-Jährige ist Techniker von Beruf, betreibt in Leipzig ein Ingenieurbüro und beschäftigt sich in seiner Freizeit mit Wildgehölzen, also auch mit der Kornelkirsche, theoretisch wie praktisch. Das heißt, Umbreit muss es wissen. Innerhalb von drei Tagen ließ Odysseus das hölzerne Pferd durch Epeios und dessen Gefährten bauen“, erklärt er, „bei der Güte des damaligen Werkzeugs und der Härte des Kornelkirschenholzes hätte das mindestens drei Wochen gedauert.“ „Es sei denn“, fügt Umbreits Frau Hannelore lachend hinzu, „die Hilfe der Göttin Athene hat es auf wundersame Weise ermöglicht.“

Wir sind in Sornzig, einem Dorf in Nordsachsen zwischen Elbe und Mulde, knapp 50 Kilometer östlich von Leipzig. Das Haus auf dem Berg ist umgeben von so viel Grün, dass die meisten Besucher anstelle des Wortes „Garten“ ein Synonym suchen, das Größeres beschreibt. Auf rund 3.000 Quadratmetern wachsen neben Ziersträuchern vor allem Wildobstgehölze: Aronia, Cido, Kornelkirsche, Mahonie, Maibeere, Mispel, Süßschlehe, Vogelbeere, Zibarte – ein Raritätenkabinett fruchttragender Strauch- und Baumarten. Weitere haben Hannelore und Volker Umbreit im ein paar Kilometer entfernten Garten des Klosters Marienthal als Reverenz an den Leipziger Stadtplaner Dr. Ludolf Colditz gepflanzt, der hier vor über 120 Jahren eine Klostergärtnerei einrichtete und damit den Obstanbau in der Region begründete.

Dass Wildobst gesunde, vitaminreiche und vielseitig verwertbare Früchte liefert, das wussten Volker und Hannelore Umbreit, die übrigens als Dolmetscherin und Übersetzerin tätig ist, schon lange. Sie boten Obstbrennern und Marmeladenkochern an, das Wildobst zu ernten und zu verarbeiten, doch die meisten lehnten dankend ab. „Die haben lieber tiefgekühlte Ware aus Bulgarien oder Weißrussland gekauft, als sächsische Früchte mühsam von den Bäumen zu pflücken“, erinnert sich Volker Umbreit. Es folgte der Entschluss, die Früchte selbst zu veredeln. Damit waren die Sornziger Wilden geboren, und als erste Kreation kam der Kornelkirschenaufstrich auf den Markt.

Sornziger Wilde

Sonnenblick 2a
04769 Mügeln / OT Neusornzig
Tel. 034362 – 37 282
www.sornziger-wilde.de

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