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Getrübter Sternenhimmel in Wernigerode?

Bei einem Ausflug in das sachsen-anhaltinische Wernigerode, erzählte uns ein Goslaer Jungunternehmer auf die Frage, wo man hier in der Nähe nett essen und übernachten könne: „ Ich würde ihnen ja das das Landhaus Zu den Rothen Forellen in Ilsenburg empfehlen, aber die haben jetzt keinen Stern mehr.“ Damit meinte er die zum Landhaus gehörende Forellenstube, bis dahin Sachsen-Anhalts einziges, mit einem Stern ausgezeichnetes, Gourmet-Restaurant.

Das ließ uns neugierig werden und so machten wir uns auf den Weg nach Ilsenburg. Unser bisheriges Wissen über das beschauliche Örtchen beschränkte sich auf schemenhafte Erinnerungen aus dem berühmten Reisetagebuch „Harzreise“ von Heinrich Heine.

Zu den Rothen Forellen“ war auf einem Wegweiser zu lesen – wir waren also richtig. Dieser Eindruck verstärkte sich noch bei Ankunft in diesem 5-Sterne-Haus mit 76 Zimmern und Suiten. Herzlicher Empfang, Gepäck direkt aus dem Kofferraum übernommen, Auto wird geparkt, elegantes Ambiente, Kamin und Pianospieler, Kerzenschein, unbürokratisch, zuvorkommend – so in Kurzform die ersten Eindrücke.

Da diese bekanntlich trügen können, folgten wir dem Herren, der unser Gepäck chauffierte, mit gewisser Rückhaltung. Aber nein, auch das Zimmer wunderschön und liebevoll eingerichtet, frisches Obst und Betthupferl-Pralinen. Eine schnelle Dusche im großzügigen Bad und ab an die Bar. Auf die Frage an den netten Barmann, ob sich denn durch die „Stern-Verlust“ irgend etwas verändert hätte, deutete er auf einen großen Herren und meinte: „Das kann ich Ihnen sagen – nichts. Aber sie haben Glück, da kommt gerade unser Direktor.

Er gibt Ihnen bestimmt die passende Antwort.“ Sebastian J. Ott, 39, seit 2009 Hoteldirektor im Landhaus Zu den Rothen Forellen und seit 2012 Generalbevollmächtigter der Dr. Lohbeck Privathotels erklärt uns nach einleitenden Begrüßungsworten: „ Unser Küchenchef Thomas Barth setzt von Anfang an auf die klassische und moderne deutsche Küche. Er variiert alte Harzer Rezepte mit eigenen Kompositionen, wobei er weitestgehend Produkte aus der Region verarbeitet. Das hat er vorher getan und wird das auch weiterhin mit seinem Team umsetzten. Sie dürfen gerne – ausnahmsweise – einen Blick in die Küche werfen.“

Gorumetrestaurant in Wernigerode

Na das liessen wir uns nicht zweimal sagen. Der 31-jährige Barth, seit Februar 2011 für das Gourmetrestaurant Forellenstube sowie für das Landhausrestaurant mit Seeterasse verantwortlich, begrüßt uns kurz. „Vier mal Vorspeise, vier mal Glattbutt und vier mal das Sorbet!“ ruft einer der Servicecrew. Die Bestellungen häufen sich, die Küchenmannschaft arbeitet mit professioneller Routine. Die Gerichte sehen fantastisch aus.

Der Glattbutt auf mariniertem Kalbskopf mit Linsencreme etwa, die Taglierini mit Parmesan – Velouté und weißem Trüffel oder die „Scharfe Ilse“ ein Sorbet von Himbeeren mit Ingwer. Wir bekommen Apetit und lassen uns einige Köstlichkeiten nebst Weinen aus der Region servieren und sinken in die Betten.

Nach tiefschlafender Nacht ließen wir uns das Frühstück auf der verglasten Seeterrasse schmecken und erkundeten noch – trotz der wenig verbleibenden Zeit – die Gegend. Laut Prospekten hat der Harz von mittelalterlicher Kultur bis hin zu atemberaubender Natur alles zu bieten. Auch das verlangt in jedem Fall nach einem wiederholten Besuch.

Uns hat jedenfalls kein Stern gefehlt und wir wollen gespannt bleiben, wie es mit den Rothen Forellen weiter geht. Wir tippen mal: Wenn die Mannschaft weiterhin einen guten Job macht und nicht wieder eine Hollywoodcrew das Haus für Wochen auf denn Kopf stellt, dürfte der Sternenhimmel 2014 wieder strahlen.

Landhaus „Zu den Rothen Forellen“

Marktplatz 2
D-38871 Ilsenburg
Telefon 03 94 52 / 93 93
www.rotheforelle.de

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