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Fuhrmanns Früchtekorb – Feigen

Wer kennt das nicht: Manchmal sind es Personen, manchmal Ereignisse oder Erlebnisse, die wir immer wieder mit bestimmten Dingen verbinden: Wenn ich beispielsweise Philippe Lemoine treffe, Borchardt-Küchenchef und auch für die kulinarischen Geschicke in Roland Marys Restaurants Grosz und Pan Asia verantwortlich, fällt mir ein Dessert ein, das Lemoine mal kreiert hat: Feigencarpaccio mit einer Rosmarin-Portwein-Reduktion und einer Ganache au Chocolat. Das war nach meiner bescheidenen Meinung nicht nur wegen der klassischen Schokoladencréme erste Sahne, sondern vor allem deshalb, weil die einzelnen kulinarischen Komponenten geschmacklich so wunderbar harmonieren. Ähnlich ging es mir neulich in einem Bistro am Kaiserdamm. Als Nachspeise gab es eine Zitronengras-Créme-brulée, ebenfalls mit Feigen, ebenfalls ausgesprochen fein. Ich bekenne: Ich bin ein Feigen-Fan. Mein Interesse an dieser Frucht hat nicht nur eine kulinarische, sondern auch eine historische Seite.

Feigen sind die ältesten Nutzgehölze der Menschheit

Als ich meiner Tochter Constanze, die Romanistik und Katholische Theologie studiert hat und als Oberstudiendirektorin an einem Freiburger Gymnasium tätig ist, von dem Auftrag für diesen Artikel erzählte, sagte sie nur: „Vergiss die Bibel nicht.“ Also bitte: „Und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürze.“ Die im 1. Buch Mose beschriebene biblische Haute Couture lässt erahnen, wie weit die kulturgeschichtlichen Wurzeln des Feigenbaumes zurückreichen.

Mit Ölbaum und Weinstock bildet die Feige jedenfalls das Dreigestirn der ältesten Nutzgehölze der Menschheit. In ihren Anbauländern rund um das Mittelmeer gehört sie seit der Antike zum täglichen Obst wie bei uns der Apfel. Aus gutem Grund: Die saftigen, sämigen, süßen Früchte sind zwar nicht eben kalorienarm, dafür allerdings punkten sie mit einem ganzen Paket an wertvollen Inhaltsstoffen: Provitamin A, Calcium, Eisen, Magnesium, Phosphor. Was das Kulinarische betrifft, nur noch eine Frage: Kennen Sie eigentlich Feige in Wodka? Wenn nicht, besorgen Sie sich das Rezept – ich sage nur: lecker!

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