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Gilles012

Die Jakobstour – Beelitz entdecken

„Bin am Wochenende in Palma“, simste meine Freundin Franziska. „Bin am Wochenende in Beelitz“, simste ich zurück. Franziskas Antwort: „???“ Wir haben uns danach noch nicht wieder getroffen, aber, jede Wette, mein Wochenende war abwechslungs- und erlebnisreicher. Gemeinsam mit der Familie absolvierte ich „Die Jakobstour, eine Entdeckungsreise ins Spargelland“. Der im brandenburgischen Wilhelmshorst lebende Franzose Gilles Delaunay, 32 und Geschäftsführer der Beratungsfirma Belziger Industriepartner, hat sich diese und eine Reihe weitere Touren durch das Berliner Umland ausgedacht, Partner gesucht sowie Karten und genaue Beschreibungen verfasst.

Meine Kinder waren glücklich und selbst mein Mann, der normalerweise nur für Bergtouren zu haben ist: „Hätte nie Gedacht, was es auf diesem platten Land alles zu entdecken gibt.“ Übrigens: Die Spargelhöfe bleiben auch nach der Spargelsaison geöffnet und punkten mit vielfältigen kulinarischen und anderen Angeboten.

Herr Delaunay, wie kommt es, dass ein Franzose für Genießertouren in Brandenburg wirbt?

Da müsste ich ein wenig ausholen.

Bitte.

Also, ich stamme aus Brissac, einer Stadt im Westen Frankreichs und habe an einer Pariser Eliteuni studiert – der Abschluss ist etwa mit dem deutschen Wirtschaftsingenieur vergleichbar. Die Zukunft war – Manager in einem französischen Konzern. Das hat mich aber nicht wirklich angezogen. Ich bin 2006 nach Deutschland gegangen, habe in Hessen auf einem Biobauernhof gearbeitet und Deutsch gelernt. Es folgten drei Jahre Düsseldorf in einem mittelständigen Beratungsunternehmen –
Thema: Wirtschaftsförderung im ländlichen Raum. In Berlin habe ich dann meine Freundin kennengelernt und in Brandenburg selbstständig gemacht, alsSchäpe008o im Landkreis Potsdam-Mittelmark.
Das Thema ist geblieben – Arbeitsplätze auf dem Land, Ansiedlung von Firmen, am besten solchen, die regionale landwirtschaftliche Produkte verarbeiten, Tourismus in Kombination Kultur, Natur, Sport – alles eben, was zur Entwicklung dieser ländlichen Region gehört.

In diesem Zusammenhang hatten Sie die Idee mit den Genusstouren?

Die Idee hatte Ralf Weißmann, der Inhaber des Gasthofes zur Linde in Wildenbruch, ich habe sie dann umgesetzt.

Wieviele solcher Touren gibt es derzeit?

Es gibt vier Touren, die Jacobstour, die große Lindetour, die Am Wald-Tour und die Landlusttour.
Vier weitere sind in der Pipeline, als nächstes folgen im Juni die Fliederhoftour und die Landhaustour. Träger ist immer, das haben Sie sicher bemerkt, ein kulinarischer Ort im Landkreis, der einer Tour auch seinen Namen gibt.

Wie war bisher die Resonanz?

Besser als wir dachten. Wir hatten von der Tourkarte 5.000 Exemplare gedruckt, einiges ist schon vergriffen.

Und wie können sich Interessierte nun informieren?

Wir haben eine Webseite – www.geniessertouren.org, dort kann sich jeder, der Interesse hat, unsere Region zu besuchen, ausführlich informieren.

Vielen Dank für das Gespräch.

About Redaktion

Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.

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