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Restaurantcontainer in Berlin-Mitte

Natalie Viaux, 41 stammt aus Ingolstadt, studierte Kunst, arbeitete als Musikjournalistin, eröffnete in Hamburg die erste deutsche Galerie für zeitgenössische Modefotografie und ist die Kreativdirektorin im Team. Dr. med. Christiane Cordes, 48, wuchs in Wilhelmshaven auf und studierte Sinologie. Im Frühjahr 1989, Wochen vor dem Diplom, erlebte sie in Peking das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens, verließ auf Irrwegen das Land und entschied sich am Ende gegen einen Beruf, der sie möglicherweise nach China zurückbringen würde. Sie orientierte sich neu, absolvierte ein Medizinstudium und ist seit 2003 niedergelassene Ärztin für Allgemeinmedizin und Infektiologie in Berlin-Friedrichshain sowie Mitarbeiterin und Health Consultant des Minirestaurants.
Genussnetzwerk039

Nuno Carrusca, 38, stammt aus dem portugiesischen Faro. Er studierte Malerei, arbeitet erfolgreich in seinem Beruf und kocht aus Freude und Leidenschaft. Vor einem Jahr kam er nach Berlin, um einem Freund bei dessen Restauranteröffnung zu helfen. Und wurde, wie das Leben so spielt, Chefkoch im TTCCH.

Wer sonst nichts wird, wird Wirt. Das gilt sicher auch heute noch hier und da, aber die Zeiten, in denen Achtklässler mit zwei Wiederholungen das Kellnern und Kassieren lernten, um dann mal eben rasch ein eigenes Lokal zu eröffnen, sind wohl doch vorbei. Eher herrscht heute das andere Extrem: SandwichWer schon was ist, wird Wirt. Ein Beispiel zum Beleg dieser These sind Natalie Viaux und Christiane Cordes. Die eine ist Künstlerin, die andere Ärztin, und gemeinsam betreiben sie in Prenzlauer Berg den Restaurantcontainer „Till The Cows Come Home“.
Es ist nicht das Geld, das die beiden Frauen antreibt, sondern es ist eine Vision, die sie auf eine kurze Formel gebracht haben: „Revamp your taste!“, steht auf ihrer Speisekarte, „Frische deinen Geschmack auf!“

„Schmackhaftes und gesundes Essen, das ist unser Ansatz“, erklärt Christiane Cordes. Und Natalie Viaux fügt hinzu: „Und es muss appetitlich aussehen.“ Ihre vegetarische Slow Food Kitchen erfüllt diese Anforderungen voll und ganz. „Holy Cow“ heißt beispielsweise eines der Frühstücksangebote. Dahinter verbirgt sich geröstetes Sironi-Landbrot (Markthalle Neun in Kreuzberg) mit Avocado, pochiertem Ei, frischem Koriander und Zitrone.

Das ist küchentechnisch sicher keine besondere Herausforderung, aber darauf kommen muss man. Und auch das Auge isst hier freudvoll mit. Leicht, schlicht und geschmacklich harmonisch das Zitronenrisotto mit saisonalem Bio-Gemüse, gerösteten Pinienkernen, Parmesan, frischem Basilikum und Minze sowie die rGenussnetzwerk040ohen Zucchininudeln, mit getrockneten Tomaten und Cashewpesto. „Till The Cows Come Home“ soll ein Rückzugsort aus dem urbanen Alltag sein, ein Mikrokosmos, in dem man sich Zeit für die wichtigen Dinge nimmt: für sich selbst, das Essen, die Freunde, das Glück – um schließlich gestärkt wieder in das Leben der Großstadt einzutauchen“, so formulieren die Inhaberinnen das Ziel ihres Tuns.

Damit nehmen sie unter den rund 100 vegetarischen Restaurants in Berlin durchaus eine besondere Stellung ein. Ethik plus Nachhaltigkeit und dazu viel Geschmack, so lautet die Till-The-Cows-Come-Home-Antwort auf die faden Salat- und Nudelberge mancher Veggie-Lokale. Um auf den Anfang dieses Berichtes zurückzukommen – möglicherweise muss man eben manchmal „schon etwas sein“, um ein solches Konzept auszuarbeiten und umzusetzen.

TILL THE COWS COME HOME

Schönhauser Allee 9
10119 Berlin-Mitte

leider geschlossen!!

About Redaktion

Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.

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