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Bester Kaffee im Double Eye

Wenn Arno Schmeil über Kaffee spricht, dann ist das so, als würde Stuart Pigott über Wein reden. Mit dem Vergleich konfrontiert, lächelt Schmeil. „Beim Wein ist es normal, wenn Aromen von Brombeeren, Herzkirschen oder Cassis identifiziert, das feine Säurespiel gelobt oder der tolle Abgang bejubelt werden. Aber beim Kaffee?

Und schon ist Schmeil in seinem Element. „Kaffee“, sagt er, „ist doch nicht nur ein Muntermacher oder Wachhalter, Kaffee ist ein Genussmittel, dessen Geschmack von rund 300 bekannten und ebenso vielen unbekannten Komponenten bestimmt wird.“

Arno Schmeil, hohe Stirn, wache Augen, ein immer freundlicher Zeitgenosse, gilt als wandelndes Kaffee-Lexikon, als ausgewiesener Kenner einer Materie, deren Vielfalt durchaus der des Weins gleicht. In seinem „ersten Leben“ lernte Schmeil, Jahrgang 1968, den Beruf des Nachrichtengerätemechanikers und studierte Bauwesen, Abschluss Diplom-Ingenieur. Und möglicherweise würde er heute noch Häuser hochziehen, wenn da nicht die Reisen nach Spanien und die spanische Kaffeekultur gewesen wären. Der Faszination folgte die Inspiration und so eröffnete Arno Schmeil vor 13 Jahren in Schöneberg einen winzigen Coffee-Shop, den Kunden aber gerne schon mal als Kaffee-Kultur-Haus bezeichnen. Kaffee ist ein naheliegendes Getränk.

Das heißt, keiner fährt von Rudow nach Reinickendorf, nur, um einen Kaffee zu trinken. Im Falle von Arno Schmeils Double Eye ist das anders. Da kommen Stammkunden aus Charlottenburg, Kreuzberg oder Zehlendorf, Autos parken in der zweiten Reihe und riskieren einen Strafzettel nur wegen eines Kaffees und die Schlange vor dem kleinen Laden reißt nur selten ab. Das liegt nun nicht daran, dass Inhaber Arno Schmeil mal Berliner, Deutscher, und sogar Weltmeister im Kaffeekochen war – ein Barista-Champion also – sondern daran, dass der Kaffee in seinem winzigen Laden dermaßen gut ist, dass man durchaus den Superlativ gebrauchen kann. Schmeils Kunden jedenfalls tun es, indem sie sagen: „Das ist der beste Kaffee Berlins.“

Die Sorten wechseln monatlich. Immer gibt es eine, die milder und eine, die kräftiger geröstet ist. In jedem Fall ist es aber Arabica. „Arabica ist feiner und hat nicht so einen erdigen Geschmack“, sagt Arno Schmeil. Doch Sorte und Röstung sind nicht die einzigen Qualitätsfaktoren. Hinzu kommen eine gute Mühle mit scharfen Mahlsteinen und natürlich die richtige Maschine. Bei ihm steht eine La Marzocco, „der Ferrari unter den Kaffeemaschinen.“ Rund 15.000 Euro kostet ein solches Gerät. Am wichtigsten jedoch, und dasArno Schmeil033 betont Arno Schmeil immer wieder, ist das Gefühl des Baristas für den Kaffee. „Um richtig gut zu werden, braucht ein Mitarbeiter im Double Eye drei Jahre.“
Schmeil selbst liebt nicht nur den Kaffee, er lebt ihn auch, besucht Kaffeebauern und Händler, testet neue Sorten , probiert neue Verfahren aus – ein Kaffee-Besessener.

Brühen hat etwas mit höheren Temperaturen zu tun, dachten Sie sicher bis jetzt auch. Brühwarm und so. In der Kaffeewelt allerdings gelten offenbar andere Regeln. „Kalt aufgebrühter Kaffee“, schreiben die Experten, „ist die derzeit trendigste Zubereitungsart.“ Cold Drip heißt das Verfahren, kalter Tropfen. Manche sagen auch Kaltextraktion, wahrscheinlich, weil es wissenschaftlicher klingt. Die Herstellung ist identisch. Das Kaffeemehl wird über mehrere Stunden mit kaltem Wasser durchfeuchtet und anschließend über einen Filter langsam abgegossen. In einer Kanne sammelt sich – Tropfen für Tropfen – feines Kaffeekonzentrat, der Cold-Drip-Coffee. Man kann ihn pur trinken, mit heißem Wasser verlängern oder damit einen Eiskaffee aufpeppen. Natürlich gibt es den koffeinen Trendsetter auch im Duoble Eye. Wir haben probiert und befanden: sehr weich, wenig Säure, nicht schlecht.

DOUBLE EYE

Akazienstraße 22
10823 Berlin-Schöneberg
Tel. 0179 – 456 69 60
www.doubleeye.de

About Redaktion

Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.

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