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Jung-Wirt Billy Wagner eröffnet

Wetten, dass er nicht…? Wetten, dass er doch…? Die hauptstädtischen Gastro-Schreiber hielten das Wasser am Kochen, ohne, dass es verdampfte, und Jung-Wirt Billy Wagner riMagazin Garcon Nr. 34 010eb sich die Hände. Nur nicht in Vergessenheit geraten. Hier ´ne Bühne, da ´n Interview, dort ´n Talksofa. Nobel, hart und schmutzig, Nobel, hart und schmutzig. Auch einen Küchenchef gibt es schon, der jetzt über Brandenburger Wiesen wandert und sein Botanikwissen testet. Hier ´n Kräutchen, da ´n Blättchen, dort ´ne ganze Wurzel. Mise en place. Und immer ein bisschen geheimnisvoll bleiben. Billy Wagner hätte auch Marketingchef bei Burger King werden können, der Kalorienbombenschmiede ging´s mit Sicherheit besser. Aber das ist ein anderes Thema…

Bleiben wir also bei dem Mann aus Mittweida, Jahrgang 1981, der via Erlangen, Herzogenaurach, Nürnberg, Grevenbroich, Köln und Düsseldorf nach Berlin kam, hier 2008 Herr der Weine im Rutz wurde und sowohl durch seine unprätentiöse Art als auch durch sein unkonventionelles Äußeres auffiel und schnell zum Szeneliebling avancierte.

Nach sechs Jahren als Rutzologe wechselte Billy Wagner im Februar 2014 ins Lager der Start-upper, natürlich mit dem Ziel, bald wieder ein Big Player zu sein. Den äußeren Rahmen dafür fand er nach einigem Suchen nahe des Checkpoint Charly, die Aktion „Nutzungsänderung Wettbüro in Restaurant“ startete, und am 1. Dezember 2014 gab´s das Richtfest.

Motto: „Umsonst & schmutzig mit Lambrusco und Bier“. Diese Offerte hielt die bei solchen Gelegenheiten sonst vollzählig versammelte Grill-Royal-und-Borchardt-Society offenbar ab, mit ihrem Auftauchen zu unterstreichen, dass hier etwas irrsinnig Wichtiges geschieht, aber vielleicht kommen Models und Moderatoren, High-Girls und sonstige Hochgestolperte ja später noch, wenn alles gerichtet ist.

Ob die Schampus-Schickeria dann alleBilly Wagner002rdings „in der Umgebung Gewachsenes“ goutieren wird, bleibt die Frage.
Michael Schäfer, Wagners künftiger Küchenchef, nennt seine Kreationen jedenfalls schlicht „Mahlzeiten“ und präsentiert auf zwei großformatigen Fotos schon mal Kostproben dessen, was er damit meint: Schluppe, Löwenzahnknospen und Kressesamen zum Beispiel oder Geschossener Kopfsalat, Dill und Sauerrahm. Als Richtfest-Schmaus und DNA des neuen Restaurants servierte er marinierte Fenchelknollen mit Forellenkaviar.
Ein bisschen Hoffmann, ein bisschen Ollech, ein bisschen Schmidt, ein bisschen Wissler, hört man da schon von Leuten, die sich kulinarisch auskennen. Von „kreativer Naturküche“, „Raw-Konzept“ und „Regionalität der Aromen“ ist die Rede – man wird sehen.

Selbst, wenn die Hausnummern am Ende kleiner ausfallen, ein bisschen besonders scheint es allemal zu werden – zumal Olaf Schnelle mit im Boot ist, einst Mitgründer der „Essbaren Landschaften“ (sein früherer Partner Ralf Hiener betreibt seit einigen Monaten in Dresden das „Raskolnikoff“) und inzwischen mit einer kleinen Gärtnerei im MeckPom-Dörfchen Dorow mit feinem Grünzeug wieder Ansprechpartner für Gastronomen, die auf sogenannte Edelprodukte verzichten wollen. Schnelle, ein kenntnisreicher und engagierter Gartenbauingenieur, weiß aus Erfahrung, was jenseits des Mainstreams kulinarisch en vougue ist (www.schnelles-gruenzeug.de).
Also, nun warten wir auf die Eröffnung von Nobelhart & Schmutzig. Billy Wagner wird es sicher wieder spannend machen – immerhin war der Laden früher mal ein Wettbüro (www.nobelhartundschmutzig.com).

 

Nobelhart & Schmutzig

Friedrichstraße 218
10969 Berlin
Tel. 030 25940610

www.nobelhartundschmutzig.com

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