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Craft Brauer BrewBaker

Michael Schwab ist der Brewbaker. Der 40-jährige Berliner, diplomierter Brauingenieur, könnte mit seiner Ausbildung im Management einer Großbrauerei arbeiten: feste Arbeitszeiten, satte Dotierung, ein sorgenfreies Brauerleben. „Sicher“, sagt er, „aber ich würde nicht hinter dem stehen, was ich dort täte.“ „Durstlöscherbiere“, nennt er die Resultate der Massenproduktion, „Biere ohne Charakter“. BrewbakerEr wollte sein eigenes Bier machen und ging dafür einen Weg, der ihn manchmal an den Rand des Wahnsinns führte.

Eine Halle auf dem Moabiter Gebäude des Welifa-Getränkegroßhandels sind Kessel, Bierfässer, Leitungen, Laborgeräte, Schläuche. Irgendwo ist Michael Schwab. Ein Handyklingeln weist schließlich den Weg. Ein kurzes Gespräch war vereinbart über ihn und seine Berliner Weiße.

Doch für das Auf und Ab in Schwabs Brauerleben der letzten zehn Jahre reicht die halbe Stunde nicht. 2005 Gründung der Brewbaker GmbH und eines kleinen Brauhauses mit Restaurant am S-Bahnhof Bellevue, Personalwechsel ohne Ende, Stress mit dem Finanzamt, dem Gesundheitsamt, den Angestellten, 2010 eine Mieterhöhung der Deutschen Bahn um 66 Prozent. Ende, Finis, die Brewbaker gaben auf.
Zitat Schwab: „Es ist leichter ein Chemiewaffenlabor zu unterhalten als eine Gastronomie.“ Der Braumeister übernahm die Markenrechte und gründet – wieder mit drei Partnern – die Berliner Getränkemanufaktur, Schwab wurde Geschäftsführer, das Unternehmen zog in die Moabiter Armininsmarkthalle, die damals noch Zukunftshalle hieß. Gigantische Versprechungen, aber die Realität sah anders aus. „Die Bedingungen für uns waren lausig.“ Auszug und Umzug nach Lückenwalde.

Schwab braute nun in der dortigen Spezialitäten Brauerei, aber eine Lösung war das auch nicht. 2013 dann endlich ein Ort, der Zukunft verspricht, die Welifa-Halle. Wie Michael Schwab diese Brauerodyssee leidlich unbeschadet an Körper und Seele überlebte, weiß er auch nicht so genau. Manche nennen ihn jedenfalls das „Stehaufmännchen der Berliner Brauerzukunft“. BrewbakerSeine wirklichen Verdienste klingen schlichter. Schwab war der erste Craft Brauer in der deutschen Hauptstadt, dem ein IPA, ein Indian Pale Ale, gelang. Diese Vorreiterrolle gebührt ihm wohl auch beim Thema Berliner Weiße.

Schwab war es, der dessen Renaissance einleitete, indem er Gersten- und Weizenmalze mit Hilfe einer Mischung aus obergärigen Bierhefen und Milchsäurebakterien vergor. Heute braut er neben seien Craft Beer Klassikern rund 40 Hektoliter des einst so beliebten sommerlichen Durstlöschers – die Hälfte davon als sogenannte Jahrgangsweiße, dazu ein paar Hektoliter seiner einzigartigen Gipfelweißen und hofft, dass die Berliner Spezialität wieder zu altem Glanz findet. Zu hören war auch von einem Schwabschen „Geheimprojekt“, dass der Braumeister gemeinsam mit der Berliner Spirituosenmanufaktur verfolgt: „Spreeschampus – eine Mischung aus Jahrgangsweißer und manufakturell hergestelltem Waldmeisterlikör. Man darf gespannt sein.

www.brewbaker.de

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Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.

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