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japanisch – Tsukushiya – „Ein Ort, der dem Menschen dient“

Der Zwei-Meter-Mann hinter der Theke des japanischen Bistros Tsukushiya, der sich als Inhaber vorstellt, ist augenscheinlich kein Japaner. Niels Achtermann, 49, stammt aus Bremen und lebt seit 1994 in Berlin und machte hier als Web-Designer Karriere. Als ihn die www-Routine nicht mehr befriedigte, beschloss er, seine Liebe für fernöstlichen Kultur und Kulinarik zum neuen Beruf zu machen.

Rote und weiße Luftballons weisen den Weg – Dresdener Straße 16, eigentlich eine Sackgasse und früher auch ziemlich sackig, soll heißen, hier gab es nichts Nennenswertes. Nach dem Mauerfall verschwand der Bruchbudencharme in diesem Winkel Kreuzbergs, Häuser wurden saniert, Bistros und Geschäfte eröffnet, die Dresdner wurden urban. Kein Wunder also, dass Nils Achtermann nicht lange zögerte, als die türkische Bäckerei schloss und ein Nachmieter für den Laden gesucht wurde.

Er putzte, schraubte, schreinerte, sein Freund Takashi Hoshiyama malte den Fujiyama an die Wand und ziemlich rasch entstand ein ziemlich authentisches japanisches Bistro. Achtermann nannte es „Tsukushiya“, auf deutsch „ein Ort, der dem Menschen dient“. So ist auch das Konzept. „Wir sind nicht nur ein kulinarischer, sondern wollen auch ein kultureller Ort werden“, sagt der Mann mit dem hanseatischen Habitus zur Eröffnung Anfang Februar.

„Ich bin zwar mit den klassischen Grünkohlgerichten meiner Heimat aufgewachsen, die ich auch heute noch schätze – meine Liebe allerdings gehört voll und ganz der japanischen Küche, deren Vielfalt ebenso einmalig ist wie die Ästhetik der Zubereitung der Gerichte. Geschmacksstark und gesund sind sie sowieso.“

Gemeinsam mit seinen japanischen Mitstreitern plant er Koch-Events, Sake-Tasting, Tee-Zeremonien, Lesungen und Konzerte. Die Einweihungsparty gab einen kleinen Vorgeschmack: Su Bunjamin und Gustavo Edo spielten die dreiseitige Laute Shamisen, Takashi Hoshiyama lieferte eine Kostprobe seines Taiko-Könnens und die Küchencrew zeigte, was sie kulinarisch so drauf hat.

„100% Japanese“, stand auf einer Tafel vor der Tür und genau das zelebrierten Kazuko Yokoya und ihre Helferin Yuko Hoshiyama mit ihren Bento-Box-Köstlichkeiten, dem japanischen Pancakes Okonomiyaki und den Nudelsuppen und Reisschalen. Beifall für alle und die einhellige Meinung der Eröffnungsgäste: „Das „Tsukushiya“ passt in unseren Kiez.“

 

Tsukushiya

Dresdener Str. 16
10999 Berlin
Tel. 030 23 92 92 22

tsukushiya.de

About Redaktion

Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.

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