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peruanisch – Restaurant Naninka

Antonio Brandauer, Inhaber des Naninka, ist 58, aber das sieht und merkt man ihm nicht an. Quicklebendig, immer in Bewegung, eine Anweisung hier, eine Bitte dort, der Mann ist ein Phänomen. „Ich stamme aus Trujillo“, grinst er, „da sind die Menschen so.“ Brandauer wuchs in der Hauptstadt der Region La Libertad auf, zog später mit seinen Eltern ins kolumbianische Bogotá, besuchte dort die Schule und studierte schließlich in Wien Agrarwissenschaften und Maschinenbau. Nach dem Studium – Abschluss Diplom-Ingenieur – ging er zurück nach Lateinamerika, beschäftigte sich mit dem Bau von Gewächshäusern und lernte, wiederum in Bogotá, Elisabeth Larsen kennen, Kolumbianerin mit deutschen Wurzeln. Die beiden wurden ein Paar und zogen Ende 2011 nach Berlin.

„Eine Lebensgeschichte in drei Sätzen, die ein ganzes Buch füllen würde.“ Anfang Januar 2015 starteten sie in der Arminiusmarkthalle ins gastronomische Geschäft – mit einem Tisch, ein paar Gerätschaften, viel Enthusiasmus und dem festen Willen, sich als kulinarische Botschafter ihrer Heimat einen Namen zu machen. Das gelang ein Jahr später mit der Eröffnung des Naninka, eines Markthallen-Bistros, das einerseits durch seine frische Küche und Brandauers Kommunikationstalent besticht, andererseits aber auch von der Nähe zu Frankreich („Rosa Lisbert“) und Österreich („Habe die Ehre“) profitiert.

Wenn eine der ersten Amtshandlungen eines neuen Botschafters die Ausrichtung eines gastronomischen Festivals ist, dann lässt das schon gewisse Rückschlüsse zu. Elmer José Germán Gonzalo Schialer Salcedo, 58, wurde nach diplomatischen Stationen u.a. in New York, Washington, Genf und Frankfurt, Ende September 2017 als Botschafter Perus in Deutschland akkreditiert.

Bereits zweieinhalb Monate später lud er zu besagtem Gastronomiefest ins Berliner Swissôtel, begrüßte 160 Gäs te aus Politik, Kultur und Wirtschaft und unterstrich in seiner Eröffnungsrede sowohl die Qualität der peruanischen Küche als auch die Bedeutung der Gastronomie für die peruanische Wirtschaft.

 

„Sie öffnet die Tür zu wichtigen Exportprodukten unseres Landes“, sagte er und verwies auf die Marke „Superalimentos del Perú“. Auf diesem Festival lernten wir übrigens auch Antonio Brandauer kennen, den Mann im feinen Zwirn, dessen Restaurant Naninka wir dann einige Tage später besuchten.

Markthallen-Gastronomie ist schon eine sehr spezielle Angelegenheit. Offene Küchen mit wenig Platz, ein permanenter Geräuschpegel, durchaus im höheren dB-Bereich, Gäste, die ihr Essen sofort wollen, am liebsten im Stehen und andere, die Zeit haben. Da braucht man gute Nerven. Antonio Brandauer hat sie. Und wenn es doch mal zu wild und bunt zuzugehen droht, dann wirft er einen Blick auf das überlebensgroße Bild von der Madonna mit den Rosen, das seine Schwägerin Alexandra an die Markthallenwand gemalt hat – und lächelt.

Die Schutzheilige lächelt zurück… Kein Wunder, dass Brandauer Stein und Bein schwört, dass sie ihm auch die Sache mit dem Bierbrauen geflüstert habe. Wie dem auch sei – Brandauer ist tatsächlich unter die Bierbrauer gegangen. Gemeinsam mit einem Friedrichshainer Craft-Beer-Profi bringt er seit einigen Monaten ein würziges Quinoa-Bier auf den Markt – „aus drei hellen Sorten“. 4.000 Flaschen werden derzeit abgefüllt und das Etikett ziert – natürlich – die Madonna mit den Rosen.

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