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Brandenburger Köche unter Dampf

Wer die beiden wichtigsten Gastro-Guides zu Rate zieht, um zu erfahren, wie sich Brandenburg in den letzten zehn Jahren kulinarisch entwickelt hat, erlebt eine Überraschung. Zwischen 2000 und 2010 hat sich, folgt man Michelin und Gault Millau, in der Restaurantlandschaft zwischen Prignitz und Fläming, was die Qualität der Speisen betrifft, kaum etwas getan.

Im Jahr 2000 funkelte ein Michelin-Stern in Brandenburg, 2010 waren es zwei. 19 Restaurants brachten es im Gault Millau 2000 auf 241 Punkte, ebenfalls 19 Restaurants zehn Jahre später auf 267.

Wir behaupten dennoch: Brandenburg ist auch hier längst besser als sein Ruf. Im Lande regt sich kulinarischer Ehrgeiz, totgebratene Fische sind seltener geworden, alberne Gemüseschnitzereien und plumpe Saucenkreationen auch. Nicht überall, aber immer öfter.

Den größten Anteil daran, dass man heutzutage kein Essen mehr mitnehmen muss, wenn man nach Brandenburg fährt – Rainald Grebes Lied wird auch nur noch selten gespielt – haben Dieter Kobusch, Frank Schreiber, Steffen Specker und Co. 2003 gründeten sie die Initiative Brandenburg unter Dampf und trommeln seitdem für die gute märkische Küche. In diesem Jahr verfassten sie sogar eine Genuss-Charta – nichts Weltbewegendes, aber Brandenburg Aufrüttelndes wohl schon. Frische, Regionalität, Saisonalität, Tradition, Transparenz – ein Ansporn an die, deren Küchen noch immer arg mittelmäßig sind.

Ein Köchetreffen im Mai im Dämeritzseehotel war dann auch die beste Gelegenheit, die Charta vorzustellen und eine große Brandenburger Köchin zu ehren. Sie vollbrachte das „Wunder von Eichwalde“ und erhielt dafür das „Märkische Gaumengold“. Höhepunkt: Die Grande Dame des deutschen Food-Journalismus würdigte die Grande Dame der Brandenburger Kulinarik. Renate Peiler über Carmen Krüger.