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Unsere kleine Stadtfarm

Die regionale Alternative zum Lachsfrühstück

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„Die regionale Alternative fürs Lachsfrühstück“, mit diesem Slogan wirbt die Stadtfarm Berlin für ihre mit einem Rote-Bete-Würzmix gebeizten Filets des African Catfish. Das grätenfreie Fleisch dieses zur Familie der Raubwelse gehörenden und in nachhaltiger Aquakultur am Standort des Unternehmens in Berlin-Lichtenberg gezüchteten Süßwasserfisches ist bissfest, fettarm und von einer feinen Aromatik.

Die Berliner Stadtfarm befindet sich gefühlt ziemlich j.w.d., aber in diesem Fall täuscht das Gefühl. Das Gewächshausareal liegt im östlichen Lichtenberg zwischen dem Landschaftspark Herzberge und dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde, sicher ein bisschen versteckt, aber der Blick ins Internet oder das Navi helfen Erstbesuchern schnell.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrieb die Städtische Irrenanstalt Herzberge hier Ackerbau und Viehzucht, zu DDR-Zeiten wurde das Gelände vom Volkseigenen Gut Gartenbau genutzt, um Blumen für den Westexport zu züchten, nach der Wende übernahm die Natur das Regiment. 2017 schließlich ging die Stadtfarm Berlin mit dem Ziel an den Start, eine landwirtschaftliche Produktion zur Versorgung der Menschen in der Stadt mit Produkten aus der Stadt zu etablieren. Stichwort: Smart Urban Farming.

Die Stadtfarmer haben eine Catfish-Zucht aufgebaut, kultivieren außerdem Kräuter und Gemüse und verarbeiten einen Teil ihrer Produkte sogar selbst. Das klingt erstmal nicht besonders spektakulär, wird es aber dann, wenn man erfährt, wie sie das tun. Sowohl der Fisch als auch die Kräuter und das Gemüse stammen aus einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, die auf Antibiotika, Hormone, Pestizide und künstliche Düngemittel verzichten kann. Ein zweites Stichwort: Aqua Terra Ponic.

Die Technologie führt Wasser in einen vollständig geschlossenen Kreislauf: Wenn es von den Ausscheidungen der Fische verunreinigt ist, wird es aus den Bassins abgepumpt – in natürlichen Filtern geschieht die Umwandlung von Ammoniak durch eine sogenannte Bakterien-Oxidation erst in Nitrit, dann in Nitrat – anschließend fließt das nährstoffreiche Wasser in die Kräuter- und Gemüsegärten – wird danach aufgefangen und wieder in die Fischbassins geleitet. „Bei uns fällt kein Abwasser an, und im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft benötigen wir auch weit weniger Wasser, genau gesagt, 80 Prozent weniger“, so Stadtfarm-Geschäftsführerin Anne-Kathrin Kuhlemann.

50 Tonnen Catfish, 30 Tonnen Kräuter sowie Gurken, Tomaten, Paprika, Mangold und Grünkohl erzeugt das Unternehmen auf diese Weise jährlich. Den African Catfish gibt es frisch, gebeizt oder geräuchert im eigenen Hofladen oder im Online-Shop des Unternehmens. Und einmal im Monat ist Markttag auf der Stadtfarm mit weiteren Anbietern – etwa dem Biohof Zühlke, dem Gut Hirschaue und der Berliner Biobäckerei Endorphina.

Genuss für unterwegs – GARCON als APP

Stadtfarm im Landschaftspark Herzberge
Allee der Kosmonauten 16
10315 Berlin-Lichtenberg
www.stadtfarm.de

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