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Gastronomie statt Galerie: Das Hawker

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Frischer Wind in ehemaliger Weinbar

Eigentlich wollte Patricia Strickland keine Gastronomie, sondern eine Galerie eröffnen. Die Räume der ehemaligen Weinbar in der Charlottenburger Schlüterstraße erschienen ihr für das Vorhaben geeignet – viele Wände, ausreichend groß und hell genug. Die schäbige Einrichtung störte sie nicht, eine Angelegenheit für Entrümpelungsfirmen. Doch dann kam Tochter „Chiara ins Spiel“, erzählt die 56-Jährige. Sie stellte Frage, ob man in den künftigen heiligen Hallen auch einen Kaffee trinken und eine Kleinigkeit essen könne.

Mischung aus Bistro und Bar

Weil Kunst und Kulinarik ja irgendwie Schwestern sind, wurden die Pläne neu gezeichnet. „Tja, und plötzlich wurde aus der Kaffee-Idee ein komplett kulinarischer Ort.“ Patricia Strickland holte die Küchenbau- und Restauranteinrichtungsprofis Veronika Polak und Stephan Falke ins Boot. In fast zweijähriger gemeinsamer Arbeit entstand eine besondere Gastronomie: Das Hawker, eine Mischung aus Bar und Bistro mit edlem, aber überraschend gemütlichem Ambiente und sympathischer Atmosphäre.

Streetfood deluxe

Nach dem Corona-Lockdown soll es dort endlich richtig los gehen. Die Mitarbeiter wollen zeigen, was sie draufhaben. Das Credo: Gutes ganz einfach, Streetfood deluxe. Dafür stehen der 34-jährige Südafrikaner Sibusiso Mntambo aus Durban und Alina Balaboiu, 26, aus Bukarest. Beide haben ihr Handwerk von der Pike auf gelernt und waren kulinarisch schon ein bisschen in der Welt der Gastronomie unterwegs bevor sie vor einem Jahr nach Berlin kamen.

Anglophil und regional

Ihre erste Speisenkarte zwischen Eröffnungsparty und Lockdownschließung machte bereits deutlich, wo die Reise hingehen soll. Fish & Chips with a Twist, Fancy Mac & Cheese, Rainbow Grainbowl und ein Hawker Burger belegen, dass es essensmäßig ziemlich anglophil zugehen wird. Auf jeden Fall bleiben wird die Konzentration auf regionale Bio-Produkte. Gleiches gilt für deren verlässliche Zubereitung ohne modische Banalitäten und für die Anrichtweise, die sie im Hawker „Canteen-Style“ nennen.

Bartresen als Blickfang

Keine Frage, der schräg in den Raum gestellte meterlange Bartresen ist ein point d’exclamation im architektonischen Sinn. Der Blickfang kündet davon, dass es im Hawker auch um Genuss aus dem Cocktailshaker oder dem Rührglas geht. Das macht die Bar zu einem guten Ort für erste Dates und für Leute in Runterkomm-Laune. Ein Platz zum Besoffenwerden ist sie nicht.

Neueste Tresen-Trends

Der Chef hinter dem Tresen heißt Adam Tudoret, 26-jähriger Franzose aus Paris. Dessen Weltläufigkeit überrascht tatsächlich mehr als seine sympathische Lockerheit und sein handwerkliches Können. Natürlich ist Tudoret, wie die meisten seiner Mitstreiter aus der neuen Bartender-Generation über alle internationalen Getränketrends bestens informiert. Er spricht auch ganz gern darüber, nimmt sich dabei aber nicht sonderlich wichtig. Auch das ist ein guter Zug und nicht eben üblich in seiner Branche. Sein Signature Drink heißt Schlüter 75: Gin, Sherry Fino, Erdbeergeist, Gurkenauszug, Basilikum, aufgegossen mit Champagner. Nicht zu sauer, nicht zu süß, süffig, kräftig, sexy. Und ein bisschen tipsy macht er auch …

Hawker Bar und Kitchen
Schlüterstraße 75
10625 Berlin
www.instagram.com/hawkerbarandkitchen

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