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Kräuter frisch oder getrocknet?

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Bei keinem Thema gibt es bei uns in der Redaktion so viele unterschiedliche Meinungen wie dem Würzen von Speisen. Kräuter frisch oder getrocknet, welches Salz, kann ich Basilikum einfrieren, schmecken Schnittlauchblüten…?

Die einzige Einigung gibt es bei meinem gefragten Chiliöl. Zugegeben, es sind noch ein, zwei andere geheime Zutaten enthalten, was es vielleicht deshalb so schmackhaft macht. Schon das wichtigste – die Chilischoten – gibt es nicht im einfachen Supermarkt.

Wir verarbeiten natürlich am liebsten frische Kräuter. Das Aroma ist weit ausgeprägter und sie enthalten mehr ätherische Öle. Zudem sehen sie viel besser aus. Wer sich ein eigenes Kräuterbeet anlegen kann, ist da fein raus.

Aber schon im Herbst, wenn die Tage länger werden und die gute Hühnersuppe auf dem Herd steht, fehlt der frische Liebstöckel (auch Maggikraut genannt). Er wächst den ganzen Sommer über prächtig. Nur wenn man ihn so gut gebrauchen könnte…ist er futsch. Ich friere die dicken Stängel des Krauts immer in kleinen Bündeln ein, um sie dann – neben anderen Wurzelgemüsen und Gewürzen – einfach im Hühnchen‘wasser‘ durchziehen zu lassen. Das geht.

Um die Liebstöckel-Phase ein bisserl zu verlängern, hacke ich das ‚letzte‘ Kraut klein und mische es mit ordentlich Salz (konserviert länger, ähnlich wie der Zucker bei Marmelade), fülle es in kleine saubere Gläschen und tränke den Inhalt noch mit gutem Olivenöl. Wenn man sie dann gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt und bei Verwendung immer einen sauberen Löffel benutzt, kommt man einige Wochen damit aus. Einen Teil dieser Mischung friere ich ein (z. B. Eiswürfelbehälter). Das geht auch.

Was nicht geht, ist Trocknen. Falsch, geht schon, schmeckt aber wie eingeschlafene Füße. Gewürze kaufen wir dann eher bei Leuten, die wissen, wie das geht. Ankerkraut ist so ein Hersteller, wo die Produkte gut sind und auch noch in wiederverwendbaren Gläschen geliefert werden. Die haben auch tolle Teemischungen und verschiedenste Salze, aber ich stehe voll auf das Waffel-Topping (heißt nicht umsonst ’süße Verführung‘!).

Kräuterbutter – geht mit frischen und getrockneten Kräutern

Immer wieder rege ich an, Lebensmittel selber zu konservieren oder Reste zu verbrauchen. Da wir im Moment den Gürtel sowieso enger schnallen müssen, eine noch bessere Idee. Mann kann Gemüse, Blüten und Kräuter in Essig oder Öl einlegen, Früchte zu eigenen Marmeladenkreationen verarbeiten, geile Aufstriche aus Kichererbsen o. ä. zusammenmixen … Dank YouTube und Co. wirklich kein Hexenwerk.

Und wer hier die mitleidige ‚ich-habe-keine-Zeit-dafür‘-Karte zieht, kriegt von mir ganz klar den Schwarzen Peter!

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