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Buchweizen – Galettes aus Frankreich

Streetfood à la française

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Buchweizen, hierzulande sowohl auf Feldern als auch in Läden und Lokalen eine herba incognita, gehört anderswo zu den kulinarischen Selbstverständlichkeiten.

Zum Beispiel Frankreich. Kreuzritter brachten die Körner, die sie ihrer dunklen Farbe wegen Sarrasin nannten, einst mit ins Land. Vor allem die bretonischen Bauern waren begeistert, weil sie selbst auf den kargen Böden im Innern der Bretagne gediehen und ihnen gute Ernten bescherten. Aus dem Mehl wurden auf heißen Steinen – den Jalets – Fladen gebacken, die, nach jenen Backsteinen benannt, bald weit über die Bretagne hinaus bekannt wurden.

In Paris beispielsweise sind seit einigen Jahren die so genannten BILIG-Mobile unterwegs, flinke, elektrobetriebene Dreiräder, aus­gerüstet mit einer Crêpes-Platte und einem Kühlschrank, die an vielen Ecken Galettes anbieten – Buchweizenpfannkuchen mit Spiegelei, Schinken und Käse, mit Gemüse, manchmal sogar mit Fisch. Streetfood à la française.

Eine feste Größe ist Buchweizen (Soba) auch in der japanischen Küche. Rund eine Million Tonnen werden jährlich konsumiert, fast ausschließ­lich in Form von Nudeln. Berühmt ist auch der Soba-Tscha, Tee aus gerösteten Buchweizenkörnern, mild und leicht nussig im Geschmack. Übrigens: Die Japaner stellen aus getrockneten Buchweizenblättern ein staubfeines Pulver her, dass verwendet wird, um etwa Nudeln und Speiseeis grün zu färben.

In Europa sind neben Frankreich auch Österreich, Slowenien und die Schweiz besonders buchweizenaffin. Im Schweizer Kanton Graubünden etwa gibt es Pizzocheri, einen traditionellen Eintopf aus Gemüse und Buchweizenspätzle; in Slowenien wird Potiza ge­backen, ein Nusskuchen mit Buchweizen und in Österreich gehört der Jauntaler Hadn (Hadn = Buchweizen) sogar zu den besonders geförderten Produkten, die einer ganzen Gegend im Süden Kärntens das Attribut „Genussregion“ bescherten. Die dort gebackene Hadntorte gehört zu den besten Spezialitäten der Kärntner Küche.

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