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Wenn Kreuzberg kocht

Wenn Kreuzberg kocht, dann…

„…kann mir Mitte gestohlen bleiben.“

„…bleibt kein Auge trocken.“

„…lacht das Herz und weint der Rest.“

„…bin ich immer dabei.“

Gästelob auf ganzer Linie. Selbst die kritischsten Kollegen, die 2003, als „Kreuzberg kocht“ startete, das Projekt nur stumm und kopfschüttelnd kommentierten, ziehen heute heimlich den Hut. Und manche fragen sich, woran es liegen mag, dass dieses Köche-Zelt während des Bergmannstraßenfestes am Chamissoplatz dermaßen erfolgreich ist. Vier Gründe haben wir ausgemacht, wahrscheinlich gibt es noch mehr.

Erstens: Wo Kreuzberg draufsteht, ist auch Kreuzberg drin. Das heißt, hier treten keine „fremden“ Köche an, sondern Frauen und Männer aus dem Kiez. Man kennt sich, man grüßt sich, man schätzt sich – nicht nur an zwei Tagen im Juni.

Zweitens: Köche sind einerseits Alpha-, andererseits aber auch Herdentiere. Das heißt, wer täglich mehr oder weniger allein in seiner Küche den Ton angibt, hat Spaß daran, auch mal im Chor zu singen, zumal seine Stimme hier nicht untergeht. Und das merkt man.

Drittens: Das Zelt am Chamissoplatz ist kein Futter-Platz, sondern ein Ort der kulinarischen Kommunikation. Das heißt, trotz langer Schlangen und der Enge auf den Biergartenbänken, trifft hier nicht Hektik auf Chaos, sondern fröhliche Gelassenheit auf eine Portion Perfektion und eine Improvisation. Und darüber kann man reden.

Und viertens: Hier wird keiner über den Tisch gezogen. Das heißt, Kalbstafelspitz mit Karotten-Ingwer-Stampf gibt es für 7,50, Hummer mit Bohnenragoût kostet 8 Euro. Das freut die Gäste, und auch die Köche kommen auf ihre Kosten. Win-win heißt sowas wohl.

Also: Wenn Kreuzberg kocht, dann sind alle zufrieden.

 

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Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.