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„Sono Berlinese: Ich bin ein Berliner!“

TRATTORIA Á MUNTAGNOLA

Pino Bianco kommt ins Schwärmen, wenn er über den Geschmack der Basililkata spricht, über den Pecorino aus Filiano, die Aprikosen aus Policoro, die Bohnen aus Sarconi oder die Kastanien aus Melfi, der Sommerresidenz des Staufers Friedrich II., der auch König von Sizilien war und vor 770 Jahren zum deutschen Kaiser gekrönt wurde.

Mit Begeisterung beschriebt Pino Bianco das Brot von Matera, preist das fruchtig-scharfe und leicht bittere lukanische Olivenöl und lobt aus Schweinefleisch, Pfeffer, Knoblauch, weiteren Gewürzen und Wein hergestellte Luganiga, eine Art Kochsalami, die wahrscheinlich die älteste Wurstsorte Italiens ist, mit Sicherheit jedoch die schmackhafteste.

Weil aber das Land zwischen Ionischem und Tyrrhenischem Meer für die meisten Italientouristen noch immer hinter den sieben Bergen liegt, bleiben auch viele der Lebensmittel aus der Basilkata in Deutschland bestenfalls ein Geheimtipp.

Grund genug für den Gastronomen, jede Gelegenheit zu nutzen, um in Berlin für die Produkte seiner Heimat zu werben. Jüngstes Beispiel – eine Amaro Lucano-Präsentation in der Trattoria á Muntagnola.

Cavaliere Pasquale Vena „erfand „ 1894 diesen Kräuterbitter, der heute als einer der bestern der Welt gilt. Das Rezept ist ein Familiengeheimnis der Venas. Leonardo Vena, Juniorchef der Firma in dem Basilikata-Dorf Pisticci Scalo südlich von Matera, verrät nur, dass der Amaro Lucano aus 30 Gewürzen und Kräutern hergestellt wird, von denen lediglich zehn öffentlich mitgeteilt werden. Der Likör mit der karamellbraunen Farbe ist zwar weniger bekannt und weniger bitter als etwa Averna oder Ramazotti, auf seine Qualitäten als „Absacker“ jedoch können sich die Konsumenten verlassen. Die Kräuterextrakte des Amaro Lucano wirken beispielweise nach einem üppigen Abendessen wunderbar verdauungsfördernd.

Rund 45.000 Flaschen des neben den Weinen aus der Gegend rund um den Monte Vulture beliebtesten lukanischen Getränks werden täglich abgefüllt und mit dem traditionellen Etikett versehen: Eine Frau in Tracht, das alte italienische Wappen und die Schrift „Lavoro e onestá“. Frei übersetzt bedeutet das „ehrliche Arbeit“. Für den Amaro Lucano trifft das allemal zu, erst recht, wenn er eisgekühlt und mit einigen Spritzern Orangenschalenessenz serviert wird.

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