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Schließung des Maugaux von Michael Hoffmann

„Du warst einer der Ersten in dieser Küche und sollst auch jetzt als einer der Ersten erfahren, dass es Zeit ist für eine Veränderung“, so lautete Mitte Juni 2013 der erste Satz einer E-Mail von Michael Hoffmann aus dem Berliner Margaux. Im Februar 2014 folgMagazin Garcon Nr. 34 020te dann die angekündigte Schließung des Sternerestaurants – der Schriftzug über der T ür und ein paar Auszeichnungen, die Hoffmann an die Außenwand geschraubt hatte, sind noch da, ansonsten – still ruht der See. Ein Verlust für die Berliner Gastronomie, mit Sicherheit. Hoffmann stand nicht nur für eine der innovativsten Gemüse- und Kräuterküchen Europas, sondern auch für das Nachdenken darüber, welche Lebensmittel auf den Tellern dieser Welt noch zeitgemäß sind. Dieses Nachdenken über unsere Nahrung im Namen des Genusses haben wohl viele nicht verstanden. Der Altkulinariker-Vorwurf, dass seine Kreativität vordergründig und in erster Linie der eigenen Selbstdarstellung diene, muss Hoffmann hart getroffen haben.
In dem Maße, wie die suggestive Wirkung von Edelprodukten bei seinen Gerichten entfiel, trat das Handwerkliche besonders klar hervor. Das entsprach offenbar so gar nicht dem Kanon des Guide Michelin, und folglich blieb dem Margaux auch der zweite Stern Magazin Garcon Nr. 34 021versagt. Diese Erkenntnis hat Hoffmanns Entscheidung, das Margaux zu schließen, sicher zusätzlich beeinflusst.
Auf die Frage, wie es bei ihm nun weitergehe, antwortete der 47-Jährige: „Ich will den Weg, den ich als Koch mit einer nachhaltigen Küche nun schon eine Weile eingeschlagen habe, konsequent weitergehen und inhaltlich an neuen Konzepten, Projekten und Orten arbeiten. Für mich geht es hier um mehr; es ist auch eine ethische Verantwortung, der sich die Spitzenküche im 21. Jahrhundert stellen sollte, wenn sie eine Zukunft haben will.“ Derzeit trifft man den Prominenten Küchenchef Michael Hoffmann dann und wann in der Kantine der Markthalle Neun und in der Kreuzberger Soluna-Bäckerei und fragt sich, ob das schon sein letztes Wort gewesen sei.

 

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