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Hammers Weinkostbar am Südstern

Die Namen von Geschäften lassen in vielen Fällen nicht nur auf ihr Angebot, sondern auch auf die (Wunsch-) Philosophie ihrer Betreiber schließen. Hammers Weinkostbar macht da keine Ausnahme, obwohl über dem kleinen Laden in der Kreuzberger Körtestraße noch immer die 60er-Jahre-Fleischerei-Leuchtreklame des Vorgängers und Vor-Vorgängers hängt.

Früher gab es hier den besten Leberkäse der Gegend, heute handeln Jürgen Hammer und seine Partnerin Manuela Sporbert in der ehemaligen Metzgerei mit Weinen und Feinkost. Dabei sollte der Begriff „Kostbar“ sowohl adjektivisch als auch subjektivisch verstanden werden. Das, was bei den beiden gelernten Gastronomen in der Kühltheke liegt oder in den Regalen steht, sind durchaus Kostbarkeiten: „kostbar“ also in den Bedeutungen „ausgesucht, erlesen, hochwertig“. Und „Kostbar“ meint eben auch Bistro und Probierstube.

Wer das Lädchen am Südstern betritt, merkt sofort, dass hier nicht – wie allzu häufig in Berlin üblich – Seiteneinsteiger einen Schnellimbiss mit der Hoffnung aufs schnelle Geld veranstalten, sondern, dass in der Weinkostbar zwei Kenner und Könner am Werke sind.

Jürgen Hammer, geboren im Unterfränkischen, aufgewachsen mit dem Blick auf den Würzburger Stein, eine der ältesten Weinbaulagen Deutschlands, wechselte nach vier Semestern Germanistik- und Französisch-Studium in die Gastronomie. Der 40jährige machte sich als Chefsommelier in den Sternerestaurants Dieter Müller in Bergisch Gladbach, Vintage in Köln, Vivaldi in Berlin und schließlich in der Weinbar Rutz ebenso einen Namen wie mit seinen Weinkolumnen in der Berliner Morgenpost und im Kulinarik-Magazin Le Schicken.

Manuela Sporbert, Sächsin aus Rochlitz, gelernte Hotelfachfrau, reüssierte nach Anstellungen in den Servicebrigaden der Restaurants Dieter Müller – hier lernte sie ihren heutigen Partner kennen – und Tristan im mallorquinischen Puerto Portals als Maitre d´Hotel im Berlin Capital Club und Restaurantleiterin in der Weinbar Rutz.

Im November 2007 eröffneten Manuela Sporbert und Jürgen Hammer schließlich ihre Weinkostbar, die schnell zu einer der ersten Kreuzberger Wein- und Feinkostadressen avancierte. Man kauft, sitzt, snackt und kommt ins Gespräch: etwa über französischen Rohmilchkäse, kretischen Bergtee, Uzerche-Schinken aus Limousin und neuerdings auch über die Besonderheiten der Thüringer Wurstmacherei. Der Grund für die deftige Offerte: Jürgen Hammer und der Prenzlauer-Berg-Gastronom Roland Albrecht leisteten sich gemeinsam ein Schwein, ließen es im thüringischen Stobra nahe Apolda ökologisch aufziehen und schlachteten es dort im Januar unter Anleitung eines ortsansässigen Meisters. Seitdem gibt es in Hammers Weinkostbar und an Albrechts Currywurststand auf dem Samstagsmarkt am Kollwitzplatz Wurstdelikatessen aus dem grünen Herzen Deutschlands.

Ein zweiter Geheimtipp, ebenfalls neu im Angebot der Kreuzberger Kulinarik-Spezialisten: Weine aus Georgien. Hammer will helfen, die interessanten Gewächse aus den Rebsorten Saperavi und Tsinandali hierzulande bekannter zu machen. Die %

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