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Alte Gemüsesorten vom eigenen Bio-Hof

Wer glaubt, auf Berlins Wochenmärkten in Sachen Gemüse keine Entdeckungen mehr machen zu können, dem sei ein Besuch des Marktstands vom „Ökohof Waldgarten“ empfohlen. Was sich hier in bunter Vielfalt in den Auslagen türmt, kommt einem Gemüsemuseum gleich: Weiße und gelbe Beete, gelber und rosa Mangold, grüne und violette Tomaten, rosarote Auberginen, schwarze Möhren, goldener Salat. Längst totgeglaubte Urahnen heutiger Supermarktangebote zeigen sich hier in voller Pracht.

Die imponierende Vielfalt an alten Gemüsesorten, die meisten in ungewohnter Farbe und Form, ist das berufliche Lebenswerk von Frank Wesemann. Die Ur-Spezies, die der passionierte Gärtner seit acht Jahren auf seinem Ökohof in Barenthin in der Ostprignitz mit unermüdlichem Naturerhaltungsengagement kultiviert, gelten in der modernen Lebensmittellandschaft längst als ausgestorben und sind so gut wie nirgends mehr zu finden.

Nur ein Beispiel sind die geschmacklich an Schwarzwurzeln erinnernden Haferwurzeln, die einst Bestandteil der einfachen Landküche waren. Wesemann produziert sein Urgemüse auf rein biologischer Basis mit selbst hergestelltem Humus und sorgfältig ausgewähltem Saatgut, das er von spezialisierten Händlern und Gärtnerkollegen bezieht, die sich ebenfalls der Wiederbelebung alter Gemüsesorten verschrieben haben. Zu den Schätzen vom Ökohof Waldgarten zählen beispielsweise fünfzig historische Tomatensorten, darunter die von Auswanderern einst nach Amerika „verschleppten“ Ursorten  „German Old“, „Black Plum“ und „Black Pear“.

Während sich Wesemanns grandiose Tomatenvielfalt ebenso wie seine vielen  Blatt- und Salatgemüse, darunter Goldforellenkopfsalat, Gartenmelde, Gemüsemalve und Erdbeerspinat gerade in die Winterpause verabschiedet haben, sorgen nun Knollen-, Kohl- und Wurzelgemüse für urtümliche Geschmacksvielfalt. Ob Ulmer Ochsenhorn-Rüben, Tannenzapfen-Kartoffeln, Schlesischer Braunkohl oder die  „Ostfriesische Palme“ als Mutter allen Grünkohls – pünktlich zur Eintopf-, Wild- und Bratenzeit bietet der Ökohof Waldgarten die seltenen Sorten an. Dass Frank Wesemann als Hauslieferant des Schloßhotels Grunewald ab und an auch die deutschen Nationalkicker und deren Koch Holger Stromberg mit seinem Ur-Gemüse versorgt, ist für den 42-jährigen Biolandwirt nicht nur wie ein kleiner Ritterschlag, sondern vor allem eine Bestätigung für die hohe Qualität seiner Produkte.

Bio und Gemüse, das passt!

About Redaktion

Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.

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