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Wieviel Trinkgeld ist angemessen?

Was ist Trinkgeld – und was ist zu viel?

Der Begriff wird in Deutschland, wie sollte es anders sein, sogar durch ein Gesetz geklärt. Laut § 107 Absatz 3 Gewerbeordnung wird Trinkgeld wie folgt definiert: Es ist ein Geldbetrag, den ein Dritter ohne rechtliche Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Arbeitgeber geschuldeten Leistung zahlt. Hierzulande sind diese gemäß § 3 Nr. 51 EStG steuerfrei.

Auch das Trinkgeld hat eine lange Tradition. Schon im Mittelalter erbat der Meister nach Erledigung eines Auftrages einen Tip für seine Gesellen. Laut Duden war dieses Geld ursprünglich zum Vertrinken bestimmt, woher auch der Name Trinkgeld stammt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts schien es gar im Dienstleistungssektor den Lohn abgelöst zu haben. Man betrachtete dies als Verknechtung der Arbeitskräfte.

Dem hat man immer wieder versucht, mit Gesetzesvorschlägen entgegen zu wirken. Allerdings setzten sich diese nie wirklich durch und so gibt es noch heute Arbeitnehmer, die ihren geringen Lohn mit Trinkgeldern aufbessern.

Persönliche Dienste entlohnen – die Trinkgeldregel

Schon in Deutschland stellt sich oft die Frage: Wie viel Trinkgeld ist richtig? Man möchte dem Personal ja nicht ohne Grund ein schlechtes Gefühl vermitteln, weil man einfach zu wenig gegeben hat. Und als Geizkragen will man auch nicht gelten. Oftmals weiß man aber auch nicht so recht, gibt man überhaupt Trinkgeld an dieser Stelle?

Wenn man sich die Frage stellt, wem man ein Scherflein gibt, fallen einem die üblichen Verdächtigen ein. Klar ist, Trinkgeld bekommen Kellner und Kellnerinnen, Barkeeper und Friseure. Auch auf Schiffsreisen sind sie meist als Empfehlung mit eingeplant und bei einer Busreise erhält natürlich der Reiseführer etwas. Aber es gibt noch mehr Jobs, wo dies üblich ist. Da wären Taxifahrer, das Zimmerpersonal oder auch Kofferträger und der Einparkservice. Als Grundsatz kann man sich merken, Trinkgeld gibt es für persönliche Dienste bzw. Dienstleistungen. Was man beim Entrichten eines Trinkgeldes sonst noch beachten sollte, hat auch HolidayInsider beantwortet. So kommt es beispielsweise einer Beleidigung gleich, dem Restaurantinhaber ein Trinkgeld zu geben. Ist ihnen bewusst, von wem sie vor Ort bedient werden, so ist es völlig in Ordnung, ein kleines Geschenk mitzubringen. Flugbegleiter gar dürfen keine Trinkgelder annehmen, sondern sie sind verpflichtet, diese zu spenden.

Was ist zu viel des Guten?

Aber was und wie viel sind eigentlich angemessen? So wie man in Deutschland beispielsweise 10% gibt, existieren natürlich auch für alle anderen Länder Regeln. Grundsätzlich gilt natürlich, dass es freiwillig ist und die Höhe durchaus von der Leistung des Betreffenden abhängen darf. Wird ihr Zimmer nie aufgeräumt, warum dann extra belohnen?

Am leichtesten hat man es beim Bestellen eines Cocktails, hier ist es weltweit üblich ca. ein bis zwei Euro extra zu geben. In den Restaurants Dänemarks können sie sich das Trinkgeld sogar sparen, das ist dort nicht üblich. Mit fünf bis zehn Prozent liegen sie bei unseren Nachbarn Österreich und Frankreich richtig, ebenfalls in Spanien. In Italien und Griechenland gilt wieder die 10%-Regel und in der Türkei sollten sie lieber mehr als fünf Prozent geben, wenn sie wiederkommen möchten.

Und weiter weg? Fliegen sie in die USA wird es etwas teuer. Dort erwartet man von ihnen 15 bis 20 Prozent des Nettorechnungsbetrages. Dies macht jedoch auch einen Großteil des Entgeltes der Kellner aus. In den nordafrikanischen Ländern wie Ägypten sind dagegen maximal 10 Prozent zu veranschlagen in Restaurants, andernorts nur ein Euro. In Chinas und Japans ländlichen Gegenden könnte ein Trinkgeld als Beleidigung aufgefasst werden, daher sollten sie nur in den internationalen Hotels etwas geben. Als Beleidigung in Thailand gilt es, nur 10 Bath als Trinkgeld zu erhalten.

Da auch in den etwas weiter entfernten Ländern der Euro gerne gesehen wird und Münzen für gewöhnlich nicht eingetauscht werden können, sind Geldscheine sehr beliebt. Da jedoch der kleinste Euroschein als Fünfer beginnt, empfiehlt es sich auf den Dollar auszuweichen, denn den gibt es bereits als Ein-Dollar-Schein. Also am besten eine Handvoll eintauschen, dann sind sie gut ausgerüstet für alle ihre Urlaubserlebnisse.

Titelbild by: Flickr-BY-©-FuFuWolf.jpg

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Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.