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Boos Blocks

Der schnittige Ami – Bretter von Boos Blocks

„I´m happy“, strahlt Barry Gravenhorst. Für alle, die den Amerikaner kennen, ist das nichts besonderes. Berry Gravenhorst ist immer happy, zumindest wirkt er so. Ein Strahlemann. Doch in diesem Fall ist der Mann offenbar besonders glücklich. Der Grund liegt auf der Hand. Gravenhorst hat es geschafft, mit seinen Produkten einen Stand im Berliner KaDeWe zu ergattern. In einigen Regalen türmen sich nun diverse Schneid-, Back-, Hack- und Tranchier-Bretter, die sich schon äußerlich heftig von dem unterscheiden, was von diesem küchentechnischen Basisequipment normalerweise so angeboten wird. Da ist zum Beispiel das Rundstück, ein schwergewichtiges Hackbrett aus dem harten Stirnholz amerikanischen Ahorns. Eine der samtig glatten Seiten hat eine Saftrinne, die Bratensaft auffängt, die andere ist eben. Natürlich ist der Preis für solche Prachtstücke auch entsprechend – um die 220 Euro kostet ein Exemplar – aber dafür sind es auch Küchenhelfer für die Ewigkeit. In diesen Brettern stecken nicht nur beste nordamerikanische Harthölzer, sondern auch über ein Jahrhundert handwerklicher Erfahrung. Die aus Stirnholz gefertigten Bretter beispielsweise halten durch ihre senkrecht stehenden Fasern einem extremen Druck stand. „Das ermöglicht nicht nur leichte Schnippel-, sondern auch schwere Schneid- und Hackarbeiten“, erklärt Gravenhorst seinen Kunden selbstlos.

Deren meistgestellte Frage lautet, aus welchem Holz die unterschiedlichen Bretter bestehen und wo sie gefertigt werden. „Man hat da ja so seine Erfahrungen“, so ein kräftiger Mittfünfziger, der sich später als Metzgermeister outet.

Die Boos Blocks, so das eingebrannte Markenzeichen auf allen Produkten, die Gravenhorst verkauft,  werden seit 1887 in Effingham, im amerikanischen Bundesstaat Illinois gefertigt. Conrad Boos, ein Schmiedemeister, hatte dort vor 125 Jahren den ersten Fleischer-Hackblock hergestellt. 1892 kaufte der deutsche Einwanderer Albert Gravenhorst Boos´ Firma, entwickelte die Produktion weiter und hatte schnell den Ruf weg, dass immer dort, wo Stahl auf Holz trifft, Boos-Blöcke beinah unschlagbar seien. Kein Wunder, dass die Qualitätsprodukte des Unternehmens rasch Einzug in amerikanische Lebensmittelhandlungen, Metzgereien und Restaurants hielten. Die Tradition ging von einer Generation auf die nächste über. Mittlerweile führt die fünfte Generation der Familie Gravenhorst das Unternehmen, deren heute 160 Mitarbeiter immer noch am alten Standort in Effingham tätig sind. Die Harthölzer stammen inzwischen ausschließlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft aus der Region rund um die Great Lakes. „This makes happy, realy“,  so Gravenhorst.

About Redaktion

Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.

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