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Berliner Meisterköche 2016

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Meisterköche 1997 und 2016 : Herbert Beltle und Markus Semmler

Es war eine gute Idee, den Jubiläumsjahrgang Berliner Meisterköche im Restaurant Altes Zollhaus vorzustellen und damit einer Aktion Reverenz zu erweisen, die vor 20 Jahren mit der Auszeichnung von sechs Berliner Spitzenköchen begann und inzwischen nicht nur in der Hauptstadt eine feste Größe ist, sondern sogar international von sich reden macht. Zollhaus-Inhaber Herbert Beltle, 1997 gemeinsam mit Manfred Heissig, Johannes King, Franz Raneburger, Rolf Schmidt und Karl Wannemacher als Berliner Meisterkoch geehrt, erinnerte dann auch daran, dass damals die sprachliche Verknüpfung von Berlin und guter Küche noch als Paradox galt und der Gault Millau lästerte, die Berliner Edelgastronomie habe den Vorteil, ungemein übersichtlich zu sein. „Und heute“, so Beltle, „heute sind wir die Trendsetter.“

Berliner Meisterkoch 2016 – fünf Nominierte, sechs Sterne. And the winner is – Markus Semmler! Der Zwei-Meter-Mann bedankt sich artig und ist sogar ein bisschen gerührt. 1998 holte er den Titel schon einmal, damals als Küchenchef im Schlosshotel Vier Jahreszeiten im Grunewald. Dazwischen lagen neben Höhen auch etliche Tiefen – Semmler kann das sicher nicht mehr hören, aber es gehört nun mal zu seiner Geschichte. Er hat alles überstanden, nicht wegen des vergesslichen Feinschmeckervolkes, sondern aus eigener Kraft und Kreativität. Der Michelin-Stern und der Berliner Meisterkoch belegen das. Chapeau, Markus Semmler.

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Aufsteiger 2016: Max Strohe

Hut ab und Tusch auch für Max Strohe, den Aufsteiger 2016! Eine der sympathischsten Neugründungen der letzten Zeit, urteilten die meisten Kritiker über das Tulus Lotrek in der Kreuzberger Fichtestraße. Nicht nur der Name ist aufmerksamkeitsheischend, auch sonst gibt’s hier kein Andante moderato, sondern kräftige Paukenschläge – sowohl beim Ambiente als auch auf den Tellern, nur Strohes Koch-Vita kennt keine lauten Aha-Stationen. Vor üppiger Urwald-Tapete ein Hirschtatar mit gehobelter Leber und Liebstöckelpulver zum Beispiel – ein echter Kracher.

Dann wird’s rot-weiß-rot und nicht nur die Ösi-Community jubelt. Meisterkoch der Region 2016: Daniel Schmidthaler aus Österreich, der seit sechs Jahren in der Alten Schule Fürstenhagen am Herd steht! Berliner Gastgeber 2016: Viktoria Kniely aus der Steiermark, die seit 2014 im Restaurant Herz&Niere in Kreuzberg den Service managt! Felix Austria! Eine weise Entscheidung der Jury übrigens, den Titel Brandenburger Meisterkoch ad acta zu legen und sich der Region zuzuwenden. Jetzt traf es eben Mecklenburg, im nächsten Jahr ist es vielleicht Sachsen, na und? Lieber einen Spitzenmann wie Schmidthaler aus MeckPom ehren, als in Ermangelung geeigneter Kandidaten einen zweitklassigen Brandenburger Suppenschmied küren. Und man muss ja, was die Kulinarik im Nachbarland betrifft, die Hoffnung nicht gleich gänzlich aufgeben.

„Ich habe nie, nie,nie damit gerechnet“, sagt Viktoria Kniely. Wir sagen herzlichen Glückwunsch. So jung und schon so gut! Und noch etwas: Die Knielysche Service-Herzlichkeit liegt sicher in den Genen, ihre Professionalität aber ist Ergebnis einer Ausbildung, von der Deutschland nur träumen kann.

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Berliner Gastgeberin 2016: Viktoria Kniely im Gespräch mit Prof. Dr. Dr. Dieter Großklaus, Jury-Ehrenpräsident

Lisa Meyer, Robert Havemann und ihre Mannschaft sind Rosa Lisbert, und Rosa Lisbert ist das Berliner Szenerestaurant 2016! Toutes mes félicitations! Für eine Markthallengastronomie, die beweist, dass in einer solchen Location mehr als Streetfood möglich ist, für eine Elsassküche, die in Berlin ihresgleichen sucht und für eine großartige Gastgeberschaft.

Ein dreifach Hoch auf das Team Boris Radczun und Stephan Landwehr: Gastronomischer Innovator 2016! Der eine war Türsteher, der andere Bilderrahmenhändler. Vor nunmehr neun Jahren starteten sie eine atemberaubende gastronomische Karriere, die ein bemerkenswertes Gespür für Berlin, für die Sehnsüchte der Bewohner die Wünsche der Besucher beweist: Grill Royal, Pauly Saal, Dóttir, Le Petit Royal, Café Einstein Unter den Linden und bald auch das erste eigene Hotel dicht dabei. Last but not least geht aus gegebenem Anlass ein Dank an die Jury: 13 Food-Journalisten, kompetent, meinungsstark, unabhängig, die Créme de la créme ihrer Zunft, dazu Prof. Dieter Großklaus von der Chaine des Rotisseurs und Willy Weiland von der DEHOGA Berlin tagten insgesamt fast 20 Stunden bis 72 Kandidaten benannt, 25 Nominierungen ausgesprochen und schließlich die Meister gewählt waren. Vorsitzdender Dr. Stefen Elfenbein: „Jurymitglied ist ein Ehrenamt!“

 

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Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.

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