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Wie geht´s eigentlich … Rakhshan Zhouleh?

Rakhshan Zhouleh

Ende November 2008 war er zum „Berliner Sommelier des Jahres“ gewählt worden. Der „George Clooney der Weinwelt“ war damals Chefsommelier im Gourmetrestaurant Vitrum des The Ritz-Carlton Hotels am Potsdamer Platz. Ein Meister der einfühlsamen Weinberatung, ein exzellenter Harmoniestifter zwischen Essen und Wein, ein Mann, der seine Weinbegeisterung mit großer Kommunikationsfreude auf den Gast überträgt – die Hymnen auf Rakhshan Zhouleh füllten Gästebuchseiten. „Eine enorme Bestätigung für mich.“

Die Vitrum-Weinkarte war ein Buch mit 40 Seiten. 15 Länder und 500 Positionen – vom 1982er Château Mouton Rothschild Gran Cru Classé für 3.500 Euro bis zum sizilianischen Insolia für 32 Euro. Mit besonderer Hingabe pflegte Zhouleh seine „Entdeckungen des Monats“ und setzte hier vor allem auf junge Winzer aus Deutschland und Frankreich. Spezielle Riesling- und Süßweinkarten allerdings blieben ungeschrieben. Das Ritz-Carlton verabschiedete sein Sternerestaurant ins Reich derselben, und Rakhshan Zhouleh ging nach München.

Obwohl er München treu blieb, trifft man den heute 58-Jährigen leichter andernorts: in Düsseldorf oder Dubai beispielsweise, in Kapstadt oder Salzburg. Also Salzburg, die Mozartstadt. Das dortige Stiftskulinarium St. Peter gilt als ältestes Restaurant Europas und ist, wie Zhouleh es nennt, „eins meiner liebsten Projekte.“ Seit zwei Jahren berät er die gastronomische Institution in der Salzburger Altstadt, die in dieser Zeit zum Haubenrestaurant avancierte und mit 15 Gault-Millau-Punkten notiert ist. „Die Weinkarte hat mitgehalten“, sagt Rakhshan Zhouleh nicht ohne Stolz, „und einen Sprung von 40 auf 400 Positionen gemacht.“

Legendär sind seine „Weinsinn“-Seminare im Peterskeller, in denen er mit gewohnter Kompetenz und erstaunlichen Entertainerqualitäten agiert. Mal spricht er über Aroma-Rebsorten, mal über Franken-Weine (immerhin gehört er einer Jury an, die jährlich die besten Gewächse dieses Anbaugebietes kürt), mal darüber, welche Bedingungen Winzer erfüllen müssen, wenn sie vegane Weine auf den Markt bringen wollen. Und manchmal stellt er auch die eigenen feinen Tröpfchen vor, denn Rakhshan Zhouleh ist vor einigen Jahren selbst unter die Kellermeister gegangen. Gemeinsam mit dem Weingut Fürst Löwenstein im fränkischen Kleinheubach kreiert er seit 2013 einen Silvaner, dem er den Namen „Umerus Natura“ gab, „Schulter der Natur“. Ergänzt wird der vielschichtige Weißwein aus der Steillage Hamburger Kallmuth seit 2015 von einem reinsortigen Shiraz, der in Kooperation mit dem Weingut Saxenbourg im südafrikanischen Stellenbosch entsteht. Beide Gewächse der „Edition Rakhshan Zhouleh“ – die Nachfrage ist groß, die Flaschenzahl limitiert – gibt es bisher allerdings nur im Online-Shop des Meisters.

Er spricht über sein Engagement als „Botschafter des Naturkorks“ in Deutschland, über seine Aromaseminare für Kinder und über viele neue Projekte, vielleicht auch mal wieder in Berlin – im vorigen Jahr war er hier zum letzten Mal tätig, als Berater für das Hotel Das Stue. Zum Schluss bittet er: „Würden Sie schreiben, dass ohne meine Frau, ohne ihr Organisationstalent und Trendgespür, das alles nicht möglich wäre?“ Gerne – und Servus, Rakhshan Zhouleh.

 

 

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Fotos im Beitrag: ©Rakhshan Zhouleh

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