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Eine virtuelle Speisekammer geht online

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Alles, nur kein Stillstand

Eine virtuelle Speisekammer? Der 28-jährige gebürtige Berliner Jonathan Kartenberg gehört zu jener Generation von Gastronomen, die immer für eine Überraschung gut ist. So hatte der Gault-Millau 2019 sein Neuköllner Restaurant eins44 zum fünften Mal in Folge in die Berliner Top-Thirty gehievt. Eigentlich wäre das Grund genug gewesen, die Beine mal hochzulegen und sich einen Champagner zu gönnen. Doch Kartenberg tat genau das Gegenteil. Er verblüffte die Branche mit der Eröffnung des Irma La Douce in der Potsdamer Straße.

Mit neuen Ideen durch die Krise

Ein weiterer Paukenschlag folgte im Mai des Corona-Jahres 2020 mit der Aktion Achilles. Kartenberg lotste den zweifach besternten Spitzenkoch aus seinem herdlosen Kämmerlein in die eins44-Küche und verkündete: „Mit Daniel Achilles richten wir uns in den kommenden Monaten thematisch neu aus.” Das klappte auch ganz gut und kam auf den richtigen Weg – bis Ende Oktober der Lockdown alles wieder stoppte. Kartenberg ahnte, dass es bei den November-Schließungen nicht bleiben würde und nutzte die gewonnene Zeit. Er kramte eine Idee hervor, die ihn schon länger umtrieb und begann, sie zu realisieren. Wenn er darüber spricht, merkt man, er will es wissen. Jetzt. Und ohne Wenn und Aber.

Neuer Online-Marktplatz

www.the-good-taste.de – hinter der Seite steckt nicht Jonathan Kartenberg alleine, sondern ein ganzes Team. Mit dabei sind Fotografen, Juristen, Texter und Webdesigner sowie das Projekt eines Online-Marktplatzes für Produkte aus Berliner Restaurants und von anderen kleinen Herstellern. „Corona zeigt”, so der 28-Jährige, „wie antiquiert Gastronomen, Manufakturbetreiber und Lebensmittelunternehmer hierzulande arbeiten und wie dringend sich die Branche mit Digitalisierung beschäftigen muss.” Kartenberg ist nun den ersten Schritt gegangen. Er hat eine Plattform geschaffen, eine virtuelle Speisekammer eben, auf der jeder Kleinproduzent seine Produkte anbieten und logistisch abwickeln kann.

Chance für Kleinproduzenten

„Denken Sie sich diese Plattform wie einen großen Marktplatz, auf dem viele dieser kleinen Produzenten einen eigenen virtuellen Stand haben,” sagt er. Und weiter erklärt er: „Wir stellen lediglich die Plattform zur Verfügung und sorgen damit für den Rahmen, der eine sichere Abwicklung des Geschäfts garantiert, das immer direkt zwischen dem Erzeuger und dem Kunden zustande kommt.” Kartenberg und seine Mitstreiter fungieren dabei als eine Art Marktwächter. Sie haben ein Auge darauf, dass alle geschäftlichen Regeln eingehalten werden, wofür sie dann eine Umsatzprovision kassieren. Außerdem kümmern sie sich um notwendige Laborprüfungen, um Label, Verpackung, Werbung, Lagerung und Logistik. „The good taste” könnte tatsächlich ein großer Wurf werden, wenn viele dem Angebot folgen, gemeinsam neue Wege zu gehen.

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