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Japanstimmung durch den beliebten Sake

Sake-Botschafter gewinnt Gold

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Bastian Schwithal, 47 und promovierter Soziologie, ist ein ausgesprochen freundlicher, hilfsbereiter und höflicher Mensch, einer mit guten Manieren, das war er schon immer. Seit sich der Mann aus der niedersächsischen Provinz mit Japan beschäftigt und häufig dort unterwegs ist, hat sein Auftreten auch andere, durchaus sympathische japanische Züge – beispielsweise, dass man ihm nicht immer gleich ansieht, wie er gerade drauf ist. Als er die Nachricht vom Goldmedaillen-Gewinn seines Junmai Ginjo Sakes erhielt, war dieser Wesenszug allerdings eine Zeit lang außer Kraft gesetzt. Schwithal hatte Tränen in den Augen, und der pure Stolz stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Lasst uns feiern“, mailte er.

Traditionell japanisch

Reaktionen, die durchaus nachvollziehbar sind, wenn man die Geschichte Schwithals kennt. Der eloquente Oldenburger mit geisteswissenschaftlichem Doktortitel hätte als Pressesprecher, Redenschreiber oder Verbandsberater Karriere machen können – dickes Salär, warmes Büro und jede Menge sonstige Annehmlichkeiten – aber er entschied, sich, hauptberuflich in Sachen Sake auf den Weg zu machen. Mit seiner 2017 gegründeten Unternehmung Go-Sake importiert er Produkte manufakturell arbeitender japanischer Sake-Brauereien und vertreibt sie, erklärt bei allen möglichen Gelegenheiten die komplizierten Begrifflichkeiten des Sake-Universums, organisiert Tastings und veranstaltet Workshops. Dabei versteht er sich nicht nur als Händler, sondern vor allem als Sake-Botschafter.

Idyllische Events

Weil Sebastian Schwithal aus seinen Events – auch ganz und gar japanisch – keine Werbeshows in eigener Sache macht, sondern sich bemüht der Philosophie des Ichi-go Ichi-e zu folgen, also einmalige Begegnungen zu schaffen, ist ja bei vielen Veranstaltungen ein gern gesehener Gast. So auch bei der Feier zum 20. Jubiläum des Japanischen Gartens des zusammenfließenden Wassers, die Ende April 2023 stattfand. Der Ort der Stille und des Schauens, der Harmonie und des friedlichen Miteinanders der Menschen wurde vor über 20 Jahren von dem Gartendesigner Zen-Priester Shunmyo Masuno in den Marzahner Gärten der Welt geschaffen, im April 2003 im Rahmen der Städteepartnerschaft Berlin-Tokio eröffnet und zählte seitdem zehntausende Besucher. Die Geburtstagsfeier ist dem Credo des Gartens angemessen – keine schrille Party, sondern eher ein Fest, das den japanischen Prinzipien wa, kei, sei und jaku folgt, Harmonie, Hochachtung, Ehrfurcht, Reinheit und Stille.

Pseudojapanische Kommerzofferten diverser Händler lehnten die Organisatoren der Garten-Party deshalb strikt ab – lediglich die Vorführung des Chado Urasenke Teeweg-Vereins Berlin und der Auftritt des Sake-Botschafters Bastian Schwithal genügten ihren Ansprüchen. „Was den Japanischen Garten, diesen besonderen Ort betrifft, verwundert mich das nicht“, sagt der Japan-Kenner und erklärt: „Neben Tee und Sake gibt es nur noch wenige andere Lebensmittel, die eine so wichtige Funktion in tradierten Ritualen haben und die japanische Kultur und ihre Tradition mehr verkörpern.“

Go Sake

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