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beste Qualität vom Biobauern aus Schwäbisch-Hall

Arminiusmarkthalle – Pignut BBQ

Samstagabend am Pignut-BBQ-Stand. Do you have any soft drinks? You can have a lemonade or mineral water. O.K., I´ll take a glass of cider then. A small light ale for me. And for me a glass of claret, please. pignut_006Die Gäste kommen aus Südafrika, an den Nachbartischen sitzen Engländer und Kanadier, am Tresen Schweden. Sie sind allerdings nicht gekommen, um Apfelwein, Bier oder ein Glas Roten zu trinken, sondern um Fleisch zu essen. Fleisch, das nicht im Schnellverfahren gegart, sondern über Stunden gesmokt wurde, heißt geräuchert über amerikanischem Hickory-Holz. Low und slow und eine Klasse für sich. Baby Back Menu, Brisket Menu, Chicken Menu, St. Louis Ribs Menu. „Das Fleisch ist der Held, Hickory die Muse“,sagt Christopher O´Connor.

pignut stand_001Der 37-Jährige, Markenzeichen Basecap und roter Rauschebart, ist der Chef am Pignut-BBQ-Stand.Er agiert selbst im größten Trubel gelassen wie ein alt gedienter Oberkellner, parliert in deutsch und englisch wie ein ausgefuchster Entertainer und kommuniziert kenntnisreich kulinarische Themen als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht. Hat er aber – O´Connor ist Opernsänger von Beruf. Der gebürtige Berliner – Mutter Deutsche, Vater Amerikaner mit irischen Wurzeln – studierte in Chicago und in Cincinnati/Ohio Gesang und stand zuletzt im Opernhaus Halle/Saale auf der Bühne.

In einer von Christian Schuller besorgten Inszenierung der Weber-Oper „Der Freischütz“ war er jüngst der Jägerbursche Max: „Durch die Wälder, durch die Auen zog ich leichten Muts dahin; alles, was ich konnt´ erschauen, war des sichern Rohrs Gewinn.“ Auch nicht unbedingt eine vegane Revolutionsarie. Gemeinsam mit Mischa Bouvier und Heather Cloud, zwei amerikanischen Freunden und Karnivoren wie O´Connor, gründete er vor zweieinhalb Jahren die BBQ-Unternehmung, gab ihr, nach der berühmten Hickory-Art den Namen Pignut und startete in der Arminiushalle den Versuch, das Alabama-Comfort-Food auch in Berlin zu etablieren. Der tägliche Andrang meist jüngerer Leute beweist – der Versuch ist gelungen.

pignut_005General rejoicing auch in den sozialen Netzwerken: „Hinter allem steht die leidenschaftliche Idee, hier das beste BBQ außerhalb der US-Südstaaten zuzubereiten. “Oder: „Für mich ist Pignut BBQ die Nummer 1 in Berlin. Und die First Radiomoderatorin der Hauptstadt postet: „Ich fühle mich, ohne je dagewesen zu sein, wie ein Mädchen in Alabama. „Lediglich die ältere Generation der Markthallenstammgäste hat ein paar Probleme: „Wat is’n Brisket?“ „Weeß nich, Brikett mit Ess? “Später treffen wir die beiden Männer an Becker’s Imbiss. Sie bestellen Topfwurst mit Sauerkraut.

Piggyback Sunday

pignut_004„Put your hand on your heart“, bittet Anders Lykke. Die rund 50 Gäste folgen brav der Aufforderung des blonden jungen Mannes. „Müssen wir jetzt singen?“, fragt mein Tischnachbar. Müssen wir nicht. Anders Lykke singt allein. „Der er et yndigt land, det står med brede bøge, nœr salten østerstrand…“. Und so weiter. Der 34-jährige Däne hat Operngesang studiert – Heldentenor – und die Heimathymne ist für ihn natürlich keine Hürde. Es folgen ein bisschen Landeskunde und kulinarische Geschichte Dänemarks, launig vorgetragen und dementsprechend beifällig aufgenommen. Der erste Piggyback Sunday von BBQ Pignut ist eröffnet.

Piggiback heißt auf deutsch übrigens huckepack. „Wir wollen unter diesem, wir denken einprägsamen Titel, Gastköche einladen, gemeinsam mit uns zu kochen, zu grillen und zu smoken. Die Gäste sollen andere kulinarische Konzepte, neue Kochstile und Gerichte kennenlernen“, so Pignut-Chef Chris O`Connor.

pignut_003An diesem Sonntagabend wird ein dänisches Drei-Gänge-Menü serviert: Lachs, Erbsen, Sauerampfer und Roggenbrot als Vorspeise; das Hauptgericht heißt Omas Huhn, Gurke, Petersilie, Rhabarber und Kartoffeln mit Speck; das Dessert besteht aus Øllbrød (eine Art Porridge aus Schwarzbrot und Bier), Apfelmus und Sanddornsorbet. Die Anregung dafür kam von Anders Lykke, dem Opernsänger, der nach seiner musikalischen Ausbildung noch ein Ökonomiestudium absolvierte und heute bei einem Berliner Start up arbeitet.

Zubereitet wurde das Ganze natürlich von einem Profi – Daniel Budde, 27, Ostwestfale, der nach Konditorlehre im Adlon, einigen Stationen in Berliner Spitzenrestaurants und Ökotrophologie-Studium in Münster bei Pignut BBQ angeheuert hat. Die flüssige Menü -Begleitung kam von Stone Brewing aus San Diego County/Kalifornien. Motto: Danish food meets American beer. Hashtag Arminiushalle. Die Begeisterung der Gäste des ersten Piggyback Sunday in der Arminiusmarkthalle war grenzenlos.

www.arminiusmarkthalle.com

About Redaktion

Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.

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