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Cincin und Salute aufs Prosecco-Land

Ein Reisebericht von Rose Marie Donhauser

Prosecco ist in aller Munde. Betört mit Leichtigkeit, prickelnder Frische und angenehmer Fruchtigkeit. Bei jeder Party ist dieser überschäumende Italiener gern gesehen und auch Aperitif & Mixgetränke mit Prosecco wie Hugo, Rossini & Co. erfreut sich großer Beliebtheit. 25% der Weltproduktion von Schaumweinen ist Prosecco. Der moderate Alkoholgehalt sowie der Preis, aber auch das importierte „Dolce Vita Gefühl“ aus Italien lösten Ende der 60iger Jahre den internationalen Prosecco-Boom aus. Tendenz nach wie vor steigend, beruhend auch auf die mittlerweile strenge Herkunftsbezeichnung seit 2009.

Seit 2009 kontrolliert das „Consorzio di tutela della Denominazione di Origine Controllata Prosecco“ in Treviso die zwei Regionen Veneto-Friaul und Julisch-Venetien, mit 24 450 Hektar Weinbergen und 11.102 Winzern. Die DOC Appellationen (Denominazione di origine controllata) stammen aus diesem Gebiet. Die DOCG Abfüllungen (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) kommen aus der hügeligen Gegend zwischen Conegliano und Valdobbiadene und umfasst etwa 6500 Hektar, die auf der etwa 35 Kilometer langen Prosecco-Straße „strada di Prosecco“ zu erreichen sind. Es sind also die flachen DOC-Gebiete sowie die hügeligen DOCG-Gebiete.

Ein Verkaufsschlager wie Prosecco hatte natürlich viele Nachahmer im In- und Ausland, so dass ein Schutz mit kontrolliertem Anbaugebiet genau definiert wurde. Der Name Prosecco stammt nicht von dem Wort „secco“ oder dem gleichnamig heißendem Dorf in der Nähe von Triest. Vielmehr heißt eine alte weiße Rebsorte aus Venetien so. Dies war auch der Grund warum so viele Nachahmer aus dieser gekelterten Traube das Produkt Prosecco nennen konnten. Doch damit ist Schluss, seit die Traubensorte in Glera umgetauft wurde. Die Regeln des Konsortiums besagen, dass sich nur Prosecco nennen darf, was aus mindestens 85 Prozent Glera-Traube besteht und in diesem kontrolliertem Gebiet erzeugt und abgefüllt wurde. Dies beinhaltet den (Grund)Weißwein Tranquillo, Schaumweine (Spumante) und Perlweine (Frizzante). Über 76% der Gesamtproduktion wird zu Spumante mit langanhaltender Perlage hergestellt.

Große und kleine Winzer

„Proseccoherstellung ist nicht so romantisch“, sagt Lodovico Giustiniani vom Weingut Borgoluce, während wir zwischen riesigen Stahltanks verweilen. „Nach Lese, Entrappen und Pressen erfolgt die 1.Gärung, in der Most in Wein umgewandelt wird, dann folgt die 2.Gärung im Druckgärtank, hier wird der Wein zu Perl- und Schaumwein. Anschließend die Abfüllung in Flaschen. 70% wird maschinell geerntet, oftmals nachts, denn die Hitze ist unser größter Feind.“ Genauso erfahren wir bei den anderen besuchten Winzern die Herstellung, denn diese gehört laut dem Prosecco-Kontrollrat zu den Leitlinien.

Deutschland hat „Prosecco-Durst“

Der weltweite Absatz von Prosecco DOC in 2018 betrug über 464 Millionen Flaschen. Deutschland gehört zu den Hauptabnehmern, hier greift allerdings der Verbraucher vielfach auf den billigeren Frizzante mit weniger Kohlensäure zu, denn dieser unterliegt nicht der deutschen Sektsteuer, die über 1 Euro pro Flasche ausmacht. Wer sicher gehen möchte, einen Original Prosecco zu kaufen, sollte wissen, dass es ihn nicht in blauen Flaschen, aus dem Zapfhahn und in Dosen gibt. Typische Kennzeichen an den Flaschenhälsen von Prosecco DOC sind das staatliche blaue Kontrollsiegel und Sektkorken mit Drahtkorb (Agraffe).

Besuchte Weingüter:

www.paladin.it

www.boscodelmerlo.it

www.cantineborga.it

www.cabolani.it

www.biancavigna.it

www.borgoluce.it

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