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Restaurant Herz & Niere wird Tante Fichte

Tante Fichte und ihre Wiederauferstehung

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2019, das verflixte fünfte Jahr. Erst verließ Souschef Jan Körner das Herz & Niere, dann stoppte ein Wasserschaden den Betrieb des Restaurants. Dennoch feierten Michael Köhle und Christoph Hauser im Mai dessen fünfjähriges Bestehen.

Nach ihren Wünschen für die Zukunft befragt, äußerten sich die Gründer und Inhaber des gastfreundlichen Lokals, das mit seiner durchdachten Küche und einem nachhaltigen Konzept viele Fans gefunden hatte, ziemlich bescheiden: „Ich wünsche mir, dass wir unsere Idee weiter nach vorn bringen und dazu beitragen können, dass noch bewusster gegessen und getrunken wird“, so Michael Köhle. Und Christoph Hauser: „Dass uns Viktoria Kniely erhalten bleibt und dass wir uns endlich neue Stühle kaufen können.“

Das war, wie gesagt, im Mai 2019. Die sympathische Restaurantleiterin blieb, aber im Oktober gab es erneut eine Havarie. Im Haus mussten alle Abwasserrohre erneuert werden, wieder war das Restaurant lahmgelegt. Köhle, Hauser und Kniely luden zu einigen Pop-ups und planten den Neustart Ende Januar 2020. Doch dann kam Corona, im März 2020 folgte der erste Lockdown. Wieder kein Umsatz – bis in den Mai.

Mitte September 2020 dann die Nachricht, dass das Herz & Niere zum Jahresende für immer schließen und Mitgründer und Küchenchef Christoph Hauser sich mit einem neuen Projekt („Weck die Heimat“) selbstständig machen wird. Die meisten Freunde des ambitionierten Restaurants löschten Name und Nummer, und fortan galt auch das Herz & Niere als Corona-Opfer.

Anfang Februar 2021 schließlich verkündete ein Transparent am Haus Fichtestraße 31 die wundersame Wiederauferstehung: „Tante Fichte Speiselokal: Alles neu, alles anders, dennoch mit bekannten Gesichtern.“ Immer noch an Bord: Michael Köhle und Viktoria Kniely, lediglich die weiße Brigade ist neu.

In der Tante-Fichte-Küche treffen wir die neuen Männer am Herd. Der 29-jährige Küchenchef Dominik Matokanović stammt aus Moers, einer Stadt am Rande des Ruhrpotts, lernte den Kochberuf bei Bobby Bräuer in der Münchner BMW-Welt und arbeitete später in Christian Lohses Fischers-Fritz-Sternebrigade am Gendarmenmarkt.

Zuletzt stand Matokanović gemeinsam mit Sauli Kemppainen am SAVU-Herd, der längst kalt geworden ist – das renommierte Sternerestaurant am Kurfürstendamm war eines der ersten Coronakrisen-Opfer in Berlin, schloss bereits im Oktober 2020, Chef Kemppainen ging zurück nach Helsinki.

Zweiter Mann ist der Berliner Patrick Witzel, 37, Mitstreiter aus seligen SAVU-Zeiten. Nach dem künftigen Küchenstil gefragt, macht Dominik Matokanović eine klare Ansage: „Weder eine Wirtshaus- noch eine Pinzettenküche, sondern feines, nicht überkandideltes Essen, das uns und unseren Gästen Spaß macht, viel Geschmack und Harmonie auf den Tellern.“ Er richtet ein Beispiel an: Die subtile Mariage von Kalbstafelspitz mit glacierten Apfelspalten, Karottencreme und Meerrettich lässt es bei uns funken.

Bleibt nur noch, dem gesamten Tante- Fichte-Team viel Fortune für den Neustart zu wünschen!

Tante Fichte
Fichtestraße 31
10967 Berlin-Kreuzberg
Tel. 030 – 69 00 15 22
www.tantefichte.berlin

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