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Neues im Slub Dresden – Deutsches Archiv der Kulinarik

Jetzt auch mit der Sammlung von Eckart Witzigmann

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Wo ist der beste Ort um Neues zu lernen?

Dresden findet sich in der Kategorie „Die besten Orte zum Neues lernen“ neben Manchester, Marseille und dem amerikanischen Bundesstaat New Mexico. Schon das ist bemerkenswert, noch bemerkenswerter dürfte wohl sein, dass die Stadt an der Elbe das einzige Reiseziel in Deutschland ist, dem die Ehre zuteil wurde, in die Online-Liste „Best in Travel 2023“ aufgenommen zu werden. „Auf der einen Elbseite die sorgfältig rekonstruierte Altstadt, auf der anderen das moderne Zentrum mit handwerklich gebrautem Bier, internationaler Küche und toller Straßenkunst“, so begründet Lonely Planet seine Wahl und verweist zudem auf die bevorstehende Wiedereröffnung des Dresdner Altmarktes, der mit seiner Barrierefreiheit und unter Einhaltung vieler Klimaschutzkriterien neu gestaltet wurde. Einen Ort, der dem Motto „Neues lernen“ mit Sicherheit besser entsprochen hätte als Craft Beer und Street Art nannte der Reiseführer nicht – die SLUB. Schade eigentlich, denn verdient hätte sie es allemal…

Was ist das SLUB?

Die SLUB, das Kürzel steht für Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, entstand 1996 durch die Zusammenlegung zweier traditionsreicher Institutionen, der bereits seit 1556 existierenden Sächsischen Landesbibliothek und der 1828 gegründeten Bibliothek der Technischen Universität Dresden. Dem Fusionsakt folgte ein anspruchsvolles Bauvorhaben. Nach Entwürfen der international renommierten Linzer Architekten Laurids und Manfred Ortner entstand auf einem früheren Sportplatzgelände am Zelleschen Weg in nur sechsjähriger Planungs- und Bauzeit ein Bibliotheksgebäude der Superlative, das zu den herausragenden Beispielen der „Neuen Deutschen Architektur“ zählt.
Der 2002 eröffnete Dresdner Büchertempel, dessen Fassade aus Thüringer Travertin unzählige Bücherrücken stilisiert, beherbergt rund drei Millionen Bücher – darunter 400.000 alte Drucke, über zwei Millionen fotografische Bilddokumente, 400.000 Autographen und Handschriften, 135.000 Karten und Pläne, 115.000 Musikalien…

Was macht das SLUB aus?

Herzstück der SLUB ist der große Lesesaal mit seinen 200 Arbeitsplätzen, der am Tag unseres Besuches übrigens mit Johannes Wallmanns Glocken Requiem Dresden zum Konzertsaal wurde. „Solche Aufführungen gehören ebenso zu unserem Programm wie Ausstellungen, Vorträge, Diskussionen, Lesungen und Workshops“, so SLUB-Pressesprecherin Annemarie Grohmann nicht ohne Stolz. Die jüngste Attraktion der Bibliothek ist das Deutsche Archiv für Kulinarik, das Anfang Oktober 2022 eröffnet wurde.

Neues im SLUB?

Im SLUB befindet sich jetzt die Sammlung von Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann.

Eckart Witzigmann ist seit Jahrzehnten der Doyen der hohen Kochkunst in Deutschland, den viele derzeitige Spitzenköche im In- und Ausland als ihren Lehrer bezeichnen. Er ist der erste Koch in Deutschland, den der Michelin 1979 mit drei Sternen auszeichnete, und zugleich einer von weltweit nur vier Köchen, den der Gault & Millau neben Paul Bocuse, Joël Robuchon und Frédy Girardet zum Koch des Jahrhunderts kürte. Aktuell fungiert der 82-Jährige als Patron des Restaurants „Ikarus“ in Salzburg, in das jeden Monat ein anderer Spitzenkoch eingeladen wird, um sein Menü zu präsentieren.

Eckart Witzigmann: „Meine Bibliothek habe ich nach Dresden gegeben, um die Forschung zur Kulinarik zu fördern und vor allem, um für junge Köchinnen und Köche den Zugang zur Tradition der exquisiten Küche zu erleichtern. Ich bin überaus dankbar, dass meine Sammlung nun am Deutschen Archiv der Kulinarik bewahrt und öffentlich zugänglich gemacht wird. Es ist wunderbar, dass es einen zentralen Ort gibt, an dem für den deutschsprachigen Bereich die bedeutenden Kulinaria gesammelt werden. Ich wünsche dem Deutschen Archiv der Kulinarik, dass noch viele außergewöhnliche Köche ihre Schätze dorthin geben, damit die hohe Kochkunst einen gemeinsamen Fundus hat, aus dem sie schöpfen kann.“

Sächsische Landesbibliothek -Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Besucheradresse: Zellescher Weg 18
01069 Dresden

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