Home / Aktuell / japanisch – Kame, die Bäckerei mit der Schildkröte
Kame-titelbild

japanisch – Kame, die Bäckerei mit der Schildkröte

Kame ist das japanische Wort für Schildkröte. Kame steht aber auch für Hartnäckigkeit, Langlebigkeit und Stärke. Vor allem deshalb habe ich die Schildkröte zum Wappentier meiner Bäckerei gemacht und ihr den Namen Kame gegeben, den man sich außerdem besser merken kann als beispielsweise Machiko-Yamashita-Bakery. Oder?

Machiko Yamashita – Kennzeichen große Designerbrillen und noch größere Tatoos – stammt aus Fukuoka, einer Millionenstadt auf Kyushu, der südlichsten der japanischen Hauptinseln. Die 45-Jährige Kunsthistorikerin und Industriedesignerin kam 1996 zum Studieren nach Berlin. 2014 begann sie, auf dem Winterfeldplatz und in der Makthalle Neun japanische Backwaren zu verkaufen. Anfang des vorigen Jahres wagte Machiko den nächsten Schritt und eröffnete die erste Japanese bakery der Stadt.

Kame-Laden außen
„Kirschblüten für Gottfried Wilhelm“, so steht es gleich mehrfach an den Schaufensterscheiben des Kame-Cafés in der Leibnizstraße – Japaner würdigen große Geister eben auf ihre Art. Die Einrichtung des hellen Raumes ist japanisch-spartanisch, kein Nippon-Folklore-Kitsch, lediglich zwei Kimonos schmücken eine Wand. Kame-porträtDas hat Stil und tut dem Auge und der Seele gut. Innenarchitekten waren hier aber wahrscheinlich nicht am Werk, Inhaberin Machiko Yamashita ist selbst Designerin und dürfte genügend Sinn für die Gestaltung des Ambientes gehabt haben.

Die Backwaren, die Kaoru Kameyama mit ihrem Team herstellt, sind weiß und weich, Roggenmehl und Krachkrusten kennen die Japaner nicht. Die Charlottenburger waren dennoch entzückt, zumal Yamashita Machiko kein Erklärmuffel, sondern eine ausgesprochen charmante und nicht minder kompetente Verkäuferin ist.

Die Japan-Community jubelte auch ohne Erläuterungen: Endlich gab es in Berlin Pan- und Oyaki-Brötchen. Erstere beispielsweise als An-Pan, das heißt, gefüllt mit einer Paste aus den roten, süß schmeckenden Azukibohnen. Letztere traditionell mit Dinkelmehl, Karotte, Ingwer, Sesamöl, Sojasauce und Chili. Oder Onigirazu, die berühmten Reissandwiches, mit sechs verschiedenen Füllungen.
Unsere Favoriten: Teriyaki-Chicken aus gebratenem Hähnchen, Teriyakisauce, Salat, Meerrettich und japanischer Mayonnaise sowie Sukiyaki-Beef aus Rindfleisch, Sukiyaki-Sauce, Salat und japanischer Mayonnaise. Wer es süß mag, sollte eine Art Biskuitrolle probieren, deren grüne Füllung auf den ersten Blick – na ja – abschreckt, aber gemach, es ist keine Chemie, die da glänzt, sondern gemahlener Matcha, Grüntee also.

Bäckerei Kame

Garcon-App

Magazin GARCON auch als APP

Leibnizstraße 45
10629 Berlin
Tel. 030 85743549

www.kame.berlin

About Redaktion

Die Autorin ist seit 10 Jahren im Auftrag für gutes Essen und Trinken unterwegs.

Leave a Reply

Your email address will not be published.