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Vegane Weine erfreuen sich an großer Beliebtheit

Keine tierischen Produkte bei der Herstellung

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Da sich immer mehr Menschen für eine vegane Lebensweise entscheiden, ist die Nachfrage nach veganen Weinen drastisch gestiegen. Währenddessen zögern einige Weinliebhaber, weil sie geschmackliche und qualitativ minderwertige Produkte befürchten. In der Tat haben viele Spitzenköche und Sommeliers begonnen, vegane Weine in ihre Speisekarten aufzunehmen, um diesem wachsenden Markt gerecht zu werden.

Vegan ist nicht nur auf dem Teller gefragt

Seit Jahren hält der vegane Trend an und ist seit einiger Zeit auch in unseren Gläsern angekommen. Der Trend wurde durch die zunehmende Verfügbarkeit von pflanzlichen Lebensmitteln und die wachsende Zahl von Veganern gefördert. Während der Veganismus früher als Randgruppen-Lebensstil angesehen wurde, ist er jetzt im Bewusstsein der breiten Masse angekommen. Dementsprechend hat die Weinindustrie auf diesen Trend reagiert und bietet eine vielfältige Auswahl an veganen Weinen an.

Egal, ob Rot-, Weiß- oder Roséwein, im Internet findet man den passenden Wein für jeden Anlass.

Tierische Produkte bei der Weinherstellung

Seit Jahrhunderten werden tierische Produkte bei der Weinherstellung verwendet, um das Getränk zu klären und Trübstoffe zu entfernen. Deshalb sollte man einen genauen Blick auf die Herstellung des Getränks werfen, um mehr über die Inhaltsstoffe zu erfahren.

Hausenblase

Die Schwimmblase von lachsartigen Fischen wird nach einem ihrer Vertreter Hausenblase genannt. Dabei löst sie sich in Weinsäure auf und wird daher zur Klärung des beliebten Traubenprodukts verwendet. Danach verbindet sich das Kollagen aus dem Gewebe mit den Schwebstoffen aus dem Traubensaft zu einer unlöslichen Verbindung. Schließlich setzt sich dieses am Boden ab und kann so leicht herausgefiltert werden. Generell wird dieses Verfahren bei Weißweinen eingesetzt, die im Vergleich sehr gerstoffarm sind.

Albumin

Obwohl es am häufigsten in tierischen Produkten vorkommt, kann Albumin auch aus Pflanzen gewonnen werden. Hierbei ist das Protein wasserlöslich und gerinnt beim Erhitzen, wonach es für die Schönung von Wein genutzt wird. Da es reich an Schwefel ist, müssen albuminhaltige Zubereitungen als Allergene deklariert werden, wenn sie in einer Konzentration von 0,25 mg/l im Wein enthalten sind.

Gelatine

Allgemein galt die klassische Gelatine lange Zeit neben Eiklar als typisches Hilfsmittel zur Schönung und Stabilisierung von Wein. In der Weinbereitung wird Gelatine als Bindemittel für Trübstoffe verwendet. Da die Stoffe negativ und Gelatine positiv geladen sind, ziehen sie sich gegenseitig an und klären den Wein. Auf diese Weise kann bei der Weinherstellung auf Mikrofilter verzichtet werden, wodurch weniger Aromastoffe verloren gehen.

Casein

Daneben wird das Protein Casein dem Wein in Pulverform zugesetzt und trägt zur Ausscheidung von Eisen bei. Zudem wirkt es dem Madeiraton und der Bräunung von Weißwein entgegen. Daher wird es ebenfalls zur Schönung des Weins eingesetzt, wodurch Trübstoffe und Ablagerungen entfernt werden.

Herstellung von veganen Weinen

Generell ist Wein ein komplexes Getränk, sodass die Winzer auf jedes Detail im Herstellungsprozess achten müssen: von der verwendeten Traubensorte bis zur Art der Lagerung des Weins. Dabei wird die Klärung und Entfernung von festen Partikeln aus dem Wein mit tierischen Produkten durchgeführt, was allerdings auch mit veganen Alternativen möglich ist.

Hierfür kann die natürliche Mineralerde Bentonit verwendet werden, um das Traubenerzeugnis zu klären. Denn sie ist sicher wirksam und entzieht dem Wein keine wertvollen Inhaltsstoffe. Des Weiteren wird zum Entfernen von unerwünschten Farb-, Geruchs- und Geschmacksfehler Aktivkohle eingesetzt. Die natürliche Sedimentation ist eine weitere schonende und qualitätssteigernde Methode zur Klärung von Wein. Mit diesen Methoden ist es möglich, ein köstliches und hochwertiges veganes Produkt herzustellen.

Vegane Weine erkennen

Die Nachfrage nach veganen Produkten ist in den letzten Jahren gestiegen, sodass immer mehr Winzerinnen und Winzer ihre Flaschen mit dem Hinweis „vegan“ versehen. Allerdings gibt es noch kein einheitliches europäisches Siegel für vegane Weine, aber Winzer können Plaketten von der Vegan Society of England, der European Vegan Union oder dem Vegetarierbund Deutschland verwenden.

Ohnehin enthalten viele Flaschen bereits veganen Wein, auch wenn die Winzer dies nicht hervorheben oder auf das Etikett schreiben. Denn immer mehr Winzerinnen und Winzer verzichten inzwischen ganz auf die Klärung durch Hilfsstoffe jeglicher Art.

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